Archive for April 2012

Klartext

Das Birsfelder Wahlchaos geht weiter. Ausser der Tatsache, dass Herr Hiltmann für den Botti-Thron-Sessel kandidiert, bleibt vieles unklar. Doch neben den diversen Spekulationen hat der Kantonsvertreter in der „bz“ jetzt auch mal Klartext gesprochen:

«Die Präsidentenwahl setzt einen kompletten Gemeinderat voraus», erklärt Daniel Schwörer, Leiter Stabsstelle Gemeinden beim Kanton.

Und Dank der Beschwerde wird das aber sicher erst nach dem 17. Juni eintreten. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einer Ersatzwahl:

Sollte das Verwaltungsgericht die Beschwerde gutheissen, muss der Gemeinderat eine Ersatzwahl für Meschberger festlegen.

Damit steht aber zumindest fest, dass es kein Nachrücken geben wird. Immerhin.

Doch welche Regierung leitet unsere Gemeinde bis zu diesem Termin? Versinken wir in totaler Anarchie, wo mit Goldlädeli-Plünderungen und Strassenkämpfen zu rechnen ist?

Die Gemeindekommission, die für die Erwahrung zuständig ist, könne die restlichen sechs Gemeinderäte bereits bestätigen. Nur wenn weniger als die Hälfte des Gemeinderats noch nicht bestätigt ist, ist der Gemeinderat nicht handlungsfähig.

Und die Gemeindekommission hat diese Woche die restlichen sechs Gewählten bereits erwahrt. Jetzt muss die neue Dienstagsrunde nur noch einen Vizepräsidenten bestimmen. Dieser wird dann zum Gemeindepräsidenten a.i.. Eine perfekte Ergänzung zu den Verwaltern a.i. also. Wir sind gespannt, wer da das Rennen macht…

Unvereinbar befangen?

Dank dem gestrigen „bz“-Artikel über die Nicht-Behandlung der Wahlbeschwerde ist der Druck auf den Regierungsrat anscheinend so unerträglich gross geworden, dass er nun endlich gehandelt hat. Und es ist den fünf Damen und Herren tatsächlich gelungen, aus einer simplen „Ja-oder-Nein-Frage“, einen weiteren Gerichtsfall zu konstruieren:

Der Regierungsrat hat die Beschwerde gegen die Wählbarkeit der Landrätin Regula Meschberger in den Gemeinderat Birsfelden wegen Befangenheit an das Kantonsgericht überwiesen.

Über die Unvereinbarkeit kann das per Gesetz zuständige Gremium wegen Befangenheit also nicht urteilen. Solch absurde Situationen kann wohl nur die Politik selbst hervorbringen:

Da Regula Meschberger Mitglied des Landrats ist und dadurch alle Mitglieder des Regierungsrats einen näheren und permanenten Kontakt zu ihr haben, wäre der Regierungsrat befangen, die gegen ihre Wahl als Gemeinderätin erhobene Beschwerde zu entscheiden.

Deshalb nutzt man jetzt in Liestal das praktische Instrument der „Sprungbeschwerde“:

Das Gesetz erlaubt es dem Regierungsrat, Beschwerden als sogenannte Sprungbeschwerde an das Kantonsgericht weiterzuleiten, wenn dieses auf dem Weiterzugswege zuständig ist und wenn nur Rechtsfragen zu beurteilen sind.

Trotz „Sprung“ durch die Instanzen ist das Tempo aber weiterhin äusserst gemächlich. Diesen Entscheid hätte man doch auch gleich nach Eingang des Zuff-Briefes treffen können. Aber egal, nun entscheidet halt das Kantonsgericht, bzw. die Abteilung Verwaltungsgericht. Präsidiert wird diese Abteilung ausgerechnet von Franziska Preiswerk, prominentes Mitglied der lokalen CVP. Ob sie in dieser Frage weniger befangen ist?

Ende der Stille

Nach bangen Wochen des Wartens hat sich also endlich der „Preesi-Anwärter“ Hiltmann erbarmt und sich offiziell auf der Verwaltung als Kandidat angemeldet. Mit nur einem Bewerber ist die „stille Wahl“ zwar immer noch möglich, der laute Aufschrei in den Regionalzeitungen heute deutet aber auf einen richtigen Wahlkampf hin. Da wäre zum Beispiel das gebetsmühlenartige Gewinsel von CVP-Oberbeck in der „BaZ“:

Dass Bürgerliche gegen Bürgerliche antreten, sei «nicht alltäglich». Es werde versucht, Botti «für alles Mögliche» verantwortlich zu machen.

Vielleicht würde eine kleine Portion Selbstkritik und eine offene und – vor allem – ehrliche Informationspolitik mehr bringen als die scheinheilige Opferrolle. Aber eben, es bleibt schwammig:

Man werde die neue Ausgangslage parteiintern analysieren, so Oberbeck; ob Botti wieder antreten wolle, müsse dieser aber selber entscheiden.

Ein ganz anderer Aufschrei kommt dagegen von der SP. Sie hätte laut „bz“ schon länger eine Gegenkandidatin stellen wollen, darf aber noch nicht:

Bis heute steht der Regierungsentscheid aus. Die Wahl des Gemeinderats ist noch nicht erwahrt, Meschberger noch nicht definitiv Gemeinderätin. Nur Gemeinderäte können Präsident werden.

Aber egal wann und wie die Finanzdirektion (!?!) in Liestal entscheidet: Endlich ist ein aussichtsreicher „Neu-Preesi“ in Reichweite. Eine SP-Kandidatur würde den Noch-König nur zum lachenden Dritten machen. Und wer möchte schon, dass sich der Hundehotelier „verarscht“ fühlt

Nächste Opfer?

Nicht nur in der fünften Republik herrscht Präsidentenwechselfieber: Nach der SVP vollziehen nämlich auch die Genossen der SP einen Generationenwechsel an ihrer Spitze (Märki geht, Schreier kommt). Nun fehlt eigentlich nur noch die überfällige Neubesetzung des Gemeindepräsidiums. Doch sowohl der Kronfavorit wie auch der Titelverteidiger lassen sich bisher nicht in die Karten blicken. Einzig für die SP steht fest:

Die SP ist aber klar gegen eine stille Wahl und würde allenfalls auch einen Kandidaten einer anderen Partei unterstützen.

Ob dies die anderen Parteien als wichtiges Signal deuten werden, ist zwar offen. Aber ganz unwichtig ist die Rolle der Linken nicht, denn wie die „BaZ am Sonntag“ herausgefunden hat, ist unser Dorf die „linkste Gemeinde“ im Kanton. Und so versucht sich auch der Präsident dieses „Arbeiterstädtchens“ einen (im politischen Sinne) linken Anstrich zu verpassen:

«Ich selbst bin auch in der Gewerkschaft und zahle nach wie vor meinen Beitrag», sagt der CVP-Mann, der auch Mitglied des Landrats ist.

Fragt sich einfach, in welcher genau? Bei so vielen Berufen ist das nicht so eindeutig. Oder gibt es für Politiker auch eine Gewerkschaft? Der VPOD wird es ja nicht sein, weil das wären ja die Gegner seiner Initiative

Sein wahres Gesicht zeigt er dann aber, wenn es um die Finanzpolitik (der Gemeinde) geht:

Diese ordnet Botti klar links ein, «in dem Sinn dass man der Gemeinde mehr Aufgaben gegeben hat». Beispiele sind die Tagesheime oder der Mittagstisch, die es in Birsfelden schon lange gibt und die von der Gemeinde selbst geführt werden. «Andernorts werden für diese Aufgaben eher Vereine gegründet, anstatt die Gemeinde damit zu belasten.»

Und was man mit solchen „Belastungen“ macht, wissen wir ja: Man lagert sie aus. Die nächsten Opfer könnten also möglicherweise Tagesheim und Mittagstisch heissen. Dass die finanzielle Belastung dadurch aber ungefähr gleich bleibt, wissen wir vom „Robi“ und werden uns kantonal auch die Spitäler bald beweisen. Ganz anders wäre es natürlich, wenn der Mittagstisch-Verein einen ehrenamtlichen Lager-Koch finden würde 😉

Abgabetermin

Ausser dem Wechsel an der SVP-Spitze (Heldner geht, Bänziger kommt) gibt es an der Birsfelder Präsidentenwahlfront nach wie vor keine Neuigkeiten. Herr Gasser wollte die Gretchenfrage letzte Woche noch nicht beantworten und vertröstete den Souverän mit den Worten

Intensiven Diskussionsstoff gab selbstverständlich auch die anstehende Wahl des Gemeinderatspräsidiums. Die FDP Birsfelden wird Sie zu gegebener Zeit darüber informieren, ob Christof Hiltmann zu der Wahl antritt oder nicht.

Nun, die „gegebene Zeit“ folgt glücklicherweise in weniger als zwei Wochen, denn bis zum 30. April müssen die offiziellen Kandidierenden auf der Verwaltung für den Wettbewerb angemeldet sein, sonst gibt es am Ende noch eine „stille (Wieder-)Wahl“. Wir geben den Parteien noch den Tipp, ihre Vorschläge bereits am Freitag, 27. April einzureichen, weil am Montag die Verwaltung infolge Brückenbaus geschlossen hat ;-).

Der verpasste Abgabetermin wurde den bürgerlichen Parteien vor vier Jahren nämlich schon einmal zum Verhängnis. Damals verpassten FDP und SVP die Frist für den Schulrat. Sie versuchen jetzt natürlich, ihre Sitze zurückzugewinnen.

FDP: Jacqueline Lüthi-Steg, Susanne Ladner und Erich Gubler

SVP: Eveline Schwarzbarth, Samuel Bänziger, Florian Lutz, Christan Brechbühl, Erika Blatter, Hanspeter Unternährer

Die SP kann komfortabel mit drei „Bisherigen“ antreten:

SP: Regula Hunziker Lenzin, Gerarda Villani und Barbara Ortega-Müller

Was die CVP macht, wissen wir noch nicht, obwohl die Frist am 16. April abgelaufen ist. Hoffentlich haben sie den Einsendeschluss nicht verpasst…

Die Wahlen sind übrigens auch am 17. Juni 2012.

Decidophobie

Die „Birsfelder Woche“ scheint sich in den Lokalmedien tatsächlich fortzusetzen: Sportlich fanden gestern in der „bz“ die CEVI-Basketballer und der FC Erwähnung, beim Kraftwerk denkt man wieder einmal über eine Effizienzsteigerung durch Ausbaggern nach, die SVP-Delegierten stritten sich in der hiesigen Rheinpark Aula und Herr Oberbeck versucht sein erfolgloses Littering-Projekt wieder in Schwung zu bekommen (es fehlen anscheinend noch einige Unterschriften). Glücklicherweise sind es endlich einmal keine „leicht skurrilen Entscheiden des Gemeinderats“, die das öffentliche Interesse auf sich ziehen. Obwohl: Für die „Effizienzsteigerung durch Ausbaggern“ könnten die Stromproduzenten vielleicht auf unsere Effizienz-Experten von der SVP zurückgreifen. Die wissen angeblich, wie man das macht…

Gar keine Entscheidungen hat bis jetzt dafür der hohe Rat der Regierung in Liestal treffen wollen. Dort sind ja noch ein paar Beschwerden hängig, die unser Dorf betreffen. Die „Einwohnerratsbeschwerde“ zum Beispiel lagert schon seit Monaten im Regierungsgebäude und auch bei den Wahlbeschwerden sind erst diejenigen von Laufen und Pratteln behandelt worden. Wir fragen uns also: Wann legt der Regierungsrat endlich mal eine „Birsfelder Woche“ ein? Die Entscheide wären doch noch einigermassen wichtig. Müssen wir nun auch für Liestal „Zähler“ einführen? Oder kennt jemand ein Mittel gegen diese akute Form einer lokal bedingten „Decidophobie“?

Vielleicht bringt ja „Kurierin“ Frau Pegoraro die Entscheide dem Dorfkönig persönlich vorbei. Denn schon am nächsten Montag, um 14.30 Uhr, treffen sich die beiden und durchschneiden gemeinsam das Seidenband, um die neue AsphaltStahlbrücke, welche die „Birs in elegantem Bogen“ überspannt, zu eröffnen.

Wassergraben

An der Elefantenrunde ist das Dienstagsrundenteam noch relativ offen zum herrschenden Informationsdefizit gestanden und man hatte – weil halt Wahlkampf war – einhellig Besserung gelobt. Die bisherige Bilanz ist aber ernüchternd: Aus der Festung an der Hardstrasse dringen kaum noch Informationen über den Wassergraben. Die Zugbrücke ist – speziell nach dem Weggang des bisher nicht ersetzten Webmasters – noch weiter nach oben gezogen worden.

Seit Wochen blinkt uns auf der Hauptseite die Frage „Ausbildungsbeiträge vom Kanton?“ entgegen (Datum der Neuigkeit: 1. März!), ansonsten herrscht ziemliche Funkstille. Dabei gäbe es auch gute Neuigkeiten! Der Wassergraben zwischen Basel-Stadt und Birsfelden ist am Birskopf definitiv überwunden worden und die Knick-Brücke wird am 23. April eingeweiht. Doch damit nicht genug. Laut der Basler Projekt-Infoseite wird das Brüggli für die Gemeinde sogar noch etwas günstiger:

Der neue Birskopfsteg zählt auch zu den verkehrlichen Massnahmen, die im Rahmen des Agglomerationsprogramms vom Bund massgeblich mitfinanziert werden. Die Gesamtkosten für den neuen Birskopfsteg belaufen sich auf CHF 2,4 Mio., wovon der Bund 40 Prozent übernimmt. Den Rest teilen sich die Kantone Basel-Stadt mit 30, Basel-Landschaft mit 20 und die Gemeinde Birsfelden mit 10 Prozent.

Die Bundesbeteiligung ist im ursprünglich bewilligten Kredit nämlich noch nicht enthalten gewesen. Bleiben die Gesamtkosten etwa gleich, dürfte der Gemeindebetrag mit Fr. 240’000.- also deutlich kleiner sein, als die bewilligten Fr. 400’000.-. Aber das muss ja niemand wissen…

 

Update: Es hat offenbar gewirkt! Die offizielle Webseite der Festung hat neue News!

Birsfelder Woche

In der regionalen Presse herrschte letzte Woche ein erstaunlich grosses Interesse an Birsfelder Themen. Plötzlich sind bereits vor Wochen hier im Blog behandelte Themen offenbar auch für eine breitere Leserschaft interessant…

  • Die „BaZ“ nahm sich am Dienstag dem Thema des Lachmatt-Lochs an und hat – Herr Oberbeck sei Dank – herausgefunden, wie die Birsfelder Exekutive funktioniert:

    Birsfelden habe bei diesem Dossier eng mit Muttenz zusammengearbeitet, erklärt der Gemeinderat Simon Oberbeck. «Der Gemeinderat hat seinen Entscheid für das Darlehen auf die Abklärungen der Nachbargemeinde gestützt.» Ein schnelles Handeln sei nötig gewesen: «Die Handwerker haben auf ihr Geld gewartet.»

    Man überlässt das Denken und Abklären also gerne den anderen. Das hat den grossen Vorteil, dass man am Ende nicht selber verantwortlich ist. Im gleichen Artikel wird aber glücklicherweise auch noch entlarvt, wie nötig das Überschreiten der Finanzkompetenzen „schnelle Handeln“ tatsächlich gewesen ist:

    Anfang 2011 schlug er [Anm: Geschäftsführer Meyer] Alarm. In Muttenz, Pratteln und Birsfelden war die Finanzknappheit kein Geheimnis.

    Über ein Jahr lang hat man es also versäumt, die Sache sauber vorzubereiten und den Kredit vom Volk rechtzeitig bewilligen zu lassen. Eine Wahnsinnsleistung! Gratulation…

  • Am Unglücksfreitag hat ebenfalls die „BaZ“ festgestellt, dass Birsfelden seine Künstler loswerden will. Vergessen gingen dabei zwar die Gewerbebetriebe, welche ebenfalls an der Hardstrasse eingemietet sind, aber es kommt wunderbar zum Ausdruck, wie professionell die Neunutzung dieser Liegenschaft geplant wird. Falsch adressierte Kündigungen sind nur die Spitze dieser unglaublichen Unfähigkeit. Wer sich für die Birsfelder Kulturpolitik interessiert, kann hier noch ein wenig weiterlesen. Wer jedoch mehr über das Bauprojekt erfahren möchte, kann sich bei Online-Kommentator „Pauli Winzenrieder“ melden. Er scheint „besser informiert“ zu sein „als die Gemeindemitglieder“. Fragt sich nur, wie er das geschafft hat…
  • Schliesslich beglückte die „bz“ ihre Lesenden am Samstag noch mit einer farbigen Vorschau auf den „traditionellen Banntag“. Ob auch noch ein Rückblick folgen wird?

Wir sind also gespannt, ob die kommende Woche wieder eine mediale „Birsfelder Woche“ sein wird.

Pendlerfutter

Allmorgendlich leeren sich an den Tramstationen die Boxen der sogenannten Pendlerzeitungen. So auch beim Zentrumsplatz, wo gleich neben der orangen Box des „Baslerstabs“ die blaue Zeitungsentnahmestelle von Platzhirsch „20 Minuten“ steht. Auch wenn das Durchblättern manchmal schon in der Breite erledigt ist und das Gratisprodukt nicht alle Erwartungen erfüllen kann: Die auflagenstärkste Schweizer Zeitung liegt ungebrochen im Trend und wird gelesen bzw. eben durchgeblättert. In unserer kurzlebigen Zeit ist das durchaus bemerkenswert.

Auch bemerkenswert – gerade weil sehr kurzlebig – ist der Abgang der „Birsfelder Anzeiger“-Redaktorin Frau Heeb Perrig nach nur gut vier Monaten. Sie verlässt unser Lokalblatt bereits wieder und pendelt zurück in den Gratiszeitungsjournalismus. Wer die Einleitung aufmerksam gelesen hat, darf dreieinmal raten, wohin es sie zieht. Vom „Baslerstab“ kam sie ja…

Wir halten heutenächste Woche also die letzte Heeb’sche Ausgabe der Dorfzeitung in den Händen und fragen uns schon ein wenig: Weshalb? Ist das Birsfelder Pflaster etwa zu rauh für aufrechten Journalismus? Oder war ihr das Kürzen der vielen Freundschaftsdienste und sonstigen Leserbriefe zu viel geworden? Auch Wieland hat Ende 2011 die Redaktion in Richtung Gratiszeitung verlassen und widmet sich nun weniger aufreibenden und vor allem weniger politischen Geschichten…

Aber auch wenn die eben erst abgeschlossene Wahlkampfphase für die Redaktorin sicher sehr anstrengend war, gibt es auch objektivere Gründe: Bei der Lokalzeitungen AG im Hause Reinhardt läuft’s angeblich nicht so rund und die gut laufende Pendlerzeitung musste halt dringend ihre Abgänge zum Somm-Blatt ersetzen. Wer würde da schon ablehnen?

Schildbürger

Die Erzählungen um die Einwohner des berühmten Dorfes „Schilda“ haben zwar nur im übertragenen Sinne mit Verkehrs- und Verbotsschildern zu tun, dennoch ist es eine treffende Beschreibung für die aktuelle Lage in „Neu-Schilda“ (früher auch bekannt als „Blätzbums“). Die neuste Beobachtung…

… ist nochmals eine eindrückliche Demonstration dafür, wie aktiv die Dienstagsrunde versucht, die Schlafgemeinde auf keinen Fall aufzuwecken. Oder wie es der „wutbürger“ so schön ausgedrückt hat:

Wahrscheinlich will der jetzige Gemeinderat noch in den letzten Tagen (Agonie?) in Birsfelden für Ruhe sorgen. Fast hätte ich geschrieben für »Ruhe und Ordnung«, aber das mit der Ordnung ist ja kaum möglich bei diesem Personalbestand.

Wer ausser den Plakaten sonst noch eine Idee hat, was man am 25. April 2012 – dem „internationalen Tag gegen Lärm“ –  machen könnte, darf seine Idee gerne noch kurzfristig einem der lokalen „Lärmminister“ senden. Die dort produzierte „heisse Luft“ ist ja glücklicherweise meist emissionsfrei, es sei denn, man entlässt mal wieder eine/n Angestellte/n in die Umwelt…

Wetterprognose

Über die verregneten Feiertage lassen wir es ein wenig ruhiger angehen und hoffen auf besseres Wetter. Spätestens am 14. April sollte die Sonne wieder scheinen, denn an diesem Datum – BBO-Besuchende haben es schon geahnt – ist…

… Banntag, s isch Banntag

Ich will unsre Banntag, dr Banntag

Nit eifach irgendwenn,

sondern denn, wenn is kenn …

Kennen tut man den Banntag in Birsfelden erst seit dem Jahr 1975. Damals feierte die Gemeinde ihr 100-Jahr-Jubiläum und der Gemeindepräsident Gino Cereghetti sen. konnte eine seiner besten Ideen verwirklichen: Er führte den Birsfelder Banntag ein. Er sollte immer am Samstag, nach dem 4. April – ausser am Samstag vor Ostern – stattfinden. Dieses Datum ist für Birsfelden äusserst wichtig, denn am 4. April 1875 entliess das Baselbieter Volk Birsfelden (endlich) in die Unabhängigkeit. Zuvor gehörte das Dorf bekanntlich zu Muttenz.

Deshalb treffen wir uns am Samstag, 14. April 2012 punkt 14.00 Uhr wie immer beim Bärencenter.

Den Zvieri-Halt haben wir bei der Hafenverwaltung geplant. Die „Organisatoren“ werden gekühlte Getränke bereithalten und zu günstigen Preisen verkaufen. Der Klöpfer oder sonst ein Zvieri ist aber selber mitzubringen.

Wir hoffen natürlich auf schönes Wetter und haben – auch mangels Möglichkeiten – gar keine Schlechtwettervariante ausgearbeitet.

Hoffentlich seid Ihr wieder – oder auch – dabei und bringt Freunde und Bekannte mit. Alle, die der schönen und 37-jährigen Tradition noch verbunden sind, sind herzlich willkommen!

Den Organisatoren des „traditionellen Banntags“ wünschen wir natürlich Wetterglück und viel Erfolg!

Spaziergänge

Die Tage werden wieder länger (aber im Moment leider nicht schöner) und der Frühling lockt die Menschen aus ihren vier Wänden. Auf den Spaziergängen entdecken aufmerksame Beobachter/innen so einiges, gibt es doch immer wieder Neues und Sonderbares zu sehen. Auf einem virtuellen Spaziergang sind uns zwei Blogs aufgefallen, die ihre unlängst gemachten Beobachtungen im und ums Dorf reich bebildert kommentieren.

Wir beginnen unseren Blog-Rundgang bei der immensen Sammlung Birsfelder Verbotsschilder auf der druckfrischen Seite von Jungsozialist Florian Schreier. Seine Feststellung, dass sich die Urbanität Birsfeldens primär im „Stadtbüro“ manifestiert, wird mit Schnappschüssen schön illustriert. Uns gefällt das neuste Schild auf der Migros-Wiese auf jeden Fall ausgezeichnet:

(c) florianschreier.ch

Sind nur Fallrückzieher, Ohren zuhalten und Verpackungen vom Verbot betroffen oder ist die öffentliche Wiese tatsächlich neu am Wochenende geschlossen? Da hat die Regulierungswut den lokalen Sicherheitsminister ziemlich stark erwischt, denn sonst predigte er doch immer die Eigenverantwortung. Aber wir wissen ja noch vom Leitbild, dass die Freizeitgestaltung der Jugendlichen ein Sicherheitsrisiko zu sein scheint…

Nach dem Artikel zur Nicht-Pflege des Biotops empfehlen wir schliesslich den Blog „Pro Basel“, der sich passenderweise kürzlich ebenfalls mit Landschaftspflege beschäftigt hat. Dabei musste der Autor feststellen, dass es auf der Birsfelder Seite des Birsufers „brachialer“ zugeht, als auf der städtischen:

Müssig erklärte mir ein älterer Mann, der mich beim Fotografieren ertappte, es sei doch eine Schweinerei was “die da” hinterlassen. Nachher werde dann wieder für viel Geld aufgekiest und planiert. So verschleudert man das Steuergeld. Alleine was der Bagger koste, würde reichen um 5 Gärtner eine Woche arbeiten zu lassen.  Ich fragte woher er dies so genau wisse und er entgegnete mir, dass er selber 35 Jahre als Landschaftsgärtner und Förster tätig war.

Na, da sind wir ja beruhigt, dass die Gemeinde das Biotop noch nicht „gepflegt“ hat…

Judas?

Passend zu Ostern arbeitet man derzeit an der Hardstrasse an einer neuen, modernen Inszenierung der Judas-Geschichte. Nur leider hat man für die Rolle des Verräters noch niemanden gefunden… Doch um was geht es eigentlich?

Offenbar existiert ein etwas umstrittener Gemeinderatsbeschluss, wo es um eine mysteriöse finanzielle Abgeltung von Dienstagsrundenmitgliedern geht. Dummerweise ist das Dokument aber nicht so geheim und darum in die Hände einer mitarbeitenden Person gelangt, die den Inhalt als – nennen wir es mal – „öffentlich interessant“ einstufte. Da gewisse Informationen die Verwaltung aber nicht verlassen dürfen, erschien das Dokument eines Tages auf dem internen Anschlagbrett.

Dem obersten Machthaber mochte das aber nicht gefallen und daher rannte er von Wiedmer zu Stroh Pontius zu Pilatus, sie mögen diese grausame Tat entsprechend ahnden. Dafür bräuchten die Statthalter aber einen Schuldigen und der muss erst noch gefunden werden. Der interne Aufruf, der Täter möge sich doch stellen, blieb trotz Androhung juristischer Schritte unbeantwortet und es mochte sich auch kein Judas finden, der „sachdienliche Hinweise“ liefern konnte bzw. wollte. Unter den Mitarbeitenden scheint halt das Vertrauensverhältnis noch zu stimmen…

Damit das frostige Arbeitsklima auf der Verwaltung nun aber nicht plötzlich unnötig auftaut und die Autorität des Chefs noch weiter untergraben wird, ist offenbar tatsächlich „Anzeige gegen Unbekannt“ erstattet worden. Bis aber alle Fingerabdrücke gesichert sind, dürfte es noch eine Weile dauern. Vielleicht kann man aber schon vorher das Dokument in der „Weltwoche“ lesen…

 

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