Archive for Januar 2013

Zwischenstopp

Wahlkampffinale, Urnengang und BBO: Für politisch interessierte Birsfelder/innen hält das Wochenende noch ein paar Überraschungen bereit. Dabei hat das politische Baselbiet mit dem Duell Weber gegen Nussbaumer, gespickt mit einer leicht grünliberalen Prise Schafroth, längst ein anderes Süppchen am Kochen. Die „Tageswoche“ möchte mehr zum Thema herausfinden und versucht diese Woche, den Birsfelder Puls zu spüren. Man hat sich unter anderem nämlich die „Linkste“ Gemeinde im Kantonsgebiet ausgesucht und parallel dazu macht man auch in der SVP-Hochburg Giebenach Buus einen Zwischenstopp.

Um dem Bild der linken Gemeinde auch zu entsprechen, sind bisher zwei Artikel erschienen, in welchen vorwiegend SPler zu Wort kommen. So geht es im Gespräch mit den beiden Alt-Preesis Meschberger und Holm und Alt-GR Broder um Alt-Bekanntes wie Finanzausgleich, Integration und den Hafen, das der Journalist schlussendlich mit den folgenden Worten zusammenfasst:

Birsfelden fühlt sich nicht geschätzt und vernachlässigt. Einerseits wird die Gemeinde kritisiert, dass sie auf den Finanzausgleich angewiesen ist, andererseits hat sie keine Chance, auch nur zu versuchen, sich vom Tropf zu lösen.

Ebenfalls SPler und Ex-Mister-Roxy Meury kontert diese aussichtslose Lage ebenfalls mit dem Hafen und der Idee eines „Basler KKLs“:

Endlich wieder einmal positiv denken. Endlich einen konstruktiven Kultur-Vorschlag machen. Mit kritischen Positionen machst du dich unbeliebt und wirst abgemahnt. Also! […]Ich schlage vor, eine neue Musikhalle, einen neuen Musikkomplex, im Stile des Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL), zu realisieren. Ich habe dafür einen exklusiven Standort «eruiert». Die Adresse klingt poetisch und vielversprechend: Sternenfeldstrasse – sie liegt in Birsfelden.

Aus der Sicht eines Kulturmanagers macht das natürlich Sinn, denn dort spielt Geld subventionsbedingt nur manchmal eine Rolle. Doch genau solche verrückten Ideen vermisst Herr Meury bei unserer Dienstagsrunde…

Die kommende Wahl des Gemeindepräsidenten in Birsfelden stellt mich vor ein grösseres Problem: Ich kenne zwar die beiden Protagonisten, habe aber keine Ahnung, für welche politischen Programme die beiden Herren stehen. Sie können mir auch keinesfalls aufzeigen, welche Ideen, Konzepte und Visionen sie für Birsfelden verfolgen. Man will einfach Gemeinderat oder -präsident werden und hofft, dass sich der Rest ergibt. Das ist mir zu wenig…

… und hat damit gar nicht so unrecht. Wobei die bisher präsentierte „Immobilienstrategie“ in Punkto „Utopie“ doch eigentlich in diese Richtung geht…

Durchschnittlich

Obwohl die Gemeindeverwaltung aus der Betrachtung des Vizepräsidenten eine „Kaderschmiede“ ist, haftet der Personalpolitik von aussen betrachtet immer noch ein eher schlechtes Image an. Die Stellenanzeigen deuten nämlich auch nach wie vor darauf hin, dass die Zufriedenheit besser sein könnte. So wird der Stuhl des Stadtbüro-Leiters beispielsweise weiterhin mittels a.i. warm gehalten.

Doch untersuchen wir die Zahlen dazu: Sehen wir mal von Frau Meschberger ab, die immer noch unter den Mitarbeitenden aufgelistet ist (jetzt haben wir doch gedacht, genau das sei nicht möglich ;-)), befinden sich heute 63 Personen auf der Liste der Verwaltungsmitarbeitenden. Mitgerechnet sind auch die Leitungspersonen, die ausserhalb der Hardstrasse arbeiten. Ein kurzer Abgleich mit derselben Liste datiert auf Ende November 2011 offenbart, dass insgesamt 14 „Neue“ hineingerutscht sind. Innerhalb der letzten 14 Monate sind das immerhin runde 22%. Dabei sind laut Studien gerade die Stellen in der öffentlichen Verwaltung von einer niedrigen Fluktuation betroffen und schlagen schweizweit mit durchschnittlich rund 6% pro Jahr zu Buche. Da unsere Gemeinde weit entfernt vom Durchschnitt ist, ist diese Zahl  halt „ein wenig“ über dem Schnitt…

Vergleicht man die Namen der Mitarbeitenden von 2007 – kurz nach den Preesi-Wahlen – mit der aktuellen Namensliste, stellt man gar fest, dass von den damals 44 Angestellten heute noch 15 im Dienste der Gemeinde sind. Die Rate der Gebliebenen ist also noch niedriger und beträgt ungefähr 34%! Immerhin ist es den Politiker/innen nicht viel besser ergangen. Seit 2007 gab es einen „freiwilligen“ Rücktritt (Nussbaum) und drei Abgewählte (Buser, Roth, Zufferey). Die 43% Konstantz ist verglichen mit den 34% trotz den identischen Ziffern allerdings eher unterdurchschnittlich….

Stilsicher

Die „attraktive Gemeinde“ hat wieder einmal Stellen zu besetzen. Nachdem erst kürzlich der Posten des Abteilungsleiters „Soziales“ freigeworden ist, sucht man offenbar an der Hardstrasse auf den 15. Februar (!) oder nach Vereinbarung eine/n

Nichtrauchende 100%ige Ferienvertretung für die Personalverantwortliche

die nebenbei jeden Vormittag und am Donnerstag Nachmittag – insgesamt also 60% – selbständige Korrespondenz in „stilsicherem Deutsch“ und andere Sachen bearbeiten kann und an „regelmässigen Abendsitzungen“ Protokolle erstellt.

Wenn man die diversen Einschränkungen und Erwartungen im echten Inserat so durchliest, dürfte das Angebot am Arbeitsmarkt momentan ziemlich gut sein. In Deutschland würde man sich mit einem solchen Inserat allerdings beträchtlichen Ärger einhandeln, weil Alterseinschränkungen beispielsweise eine Diskriminierung darstellen. Die Personalabteilung unserer Gemeinde ist da halt weniger stilvoll, dafür in ihrer bestimmten Art sehr stilsicher…

Müde

Letzte Woche war bereits Herausforderer Hiltmann im Kreuzverhör der „bz“ und heute können wir die Resultate des Interviews mit dem müden Titelverteidiger Botti nachlesen. Dazu ist einmal mehr jedoch eine gehörige Portion Mitleid nötig, denn die eher bescheidenen Resultate der rauhe Wind, der ihm entgegenschlägt, kommt schliesslich nur von ganz wenigen Schaumschlägern:

Warum sind Sie bei den Linken derart verhasst?
Ich bin nicht bei «Den Linken» verhasst. Nur ein paar Exponenten der SP und der Grünen haben ein persönliches Problem mit mir.

Wer?
Da kann ich keine Namen nennen. Das weiss ich nicht. Das hat damit zu tun, dass ich vor sechs Jahren mit einem sehr guten Resultat Gemeindepräsident wurde und die SP abgelöst habe. Damit habe ich ihr Weltbild zerstört. Das hallt immer noch nach.

Ob ein Weltbild durch eine Wahlniederlage zerstört werden kann, lassen wir mal offen. Nicht zerstört, dafür aber zeimlich gestört ist auf jeden Fall das Vertrauen in den „Preesi“, der offenbar sogar die Leserbriefe selber schreiben muss:

[…]Die anderen sind gegen mich. Ich habe getan, was ich machen konnte.

Was haben Sie gemacht?
Leserbriefe oder Flyers und natürlich Plakate. Dann gibt es natürlich auch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Mehr kann man nicht machen.

Obwohl er hier wahrscheinlich nicht mitliest, möchten wir ihm doch noch einen kleinen Tipp geben. Vielleicht würde es etwas bringen, wenn man etwas Kritik auch mal zulassen, analysieren und ausdiskutieren würde, so wie das Herr Hiltmann vorgeschlagen hat:

Für mich ist es ein «No Go», dass Konflikte zwischen den Gemeinderäten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Als Präsident würde ich dafür sorgen, dass die Geschäftsführung professioneller wird, und dass wir Konflikte im internen Gespräch beilegen.

Dann kann man mit gutem Gewissen auch mal lesen, was die Zeitungen so über einen schreiben. Das macht er offenbar nicht, denn sonst wäre ihm dieser Satz aus dem „Sonntag“ wohl bekannter vorgekommen:

Was Ihnen oft vorgeworfen wird ist, dass Sie nur «Für mich oder gegen mich» kennen.
Das habe ich noch nie gehört.[…]

Auch als erfahrener Bisheriger lernt man also immer wieder Neues dazu ;-). Wobei zumindest die Parteikolleginnen und -kollegen schon mal davon gehört haben müssten

Vielleicht liegt es auch an der spürbaren Amtsmüdigkeit, dass gewisse Dinge auch mal vergessen gehen. Deshalb wäre ein Wechsel vielleicht gar nicht so schlecht, auch wenn der Journalist gegen Ende provokativ befürchtet:

Egal wer gewählt wird, ändern wird sich für den Wähler nichts.

Es gibt schliesslich auch noch Wählerinnen. Vielleicht ändert sich ja für die etwas 😉

Planungsleichen

Und schon wieder staunen wir: Auf die Frage bezüglich dem Zwischenstand bei der „Immobilienstrategie“ an der letzten Gemeindeversammlung antwortete der Vizepreesi standesgemäss mit seinem „Wir nehmen das auf“. Auch wenn schlussendlich jeweils keine Antwort erfolgt, braucht er dabei nicht rot zu werden, weil man ja tatsächlich alles auf Tonband „aufnimmt“. Doch dieses Mal hat die Dienstagsrunde es sogar geschafft, nach ihrem erneuten Workshop am letzten Wochenende eine Medienmitteilung zum Thema zu verschicken. Bravo!

Der Inhalt lässt jedoch aufhorchen. Der Satz…

Als wesentlich neues Element sind raumplanerische Überlegungen dazugekommen.

…tönt zwar ziemlich harmlos, kann aber auch als bankrotterklärung der bisherigen „Immobilienstrategie“ verstanden werden. Was genau waren denn bitte bisher die Grundlagen des Papiers ??? Die „raumplanerischen Überlegungen“ sind nämlich:

Der Gemeinderat hat die folgenden Themen identifiziert, die im Zentrum der weiterführenden Arbeiten stehen werden: Schulraumplanung, Verkehrssituation Hauptstrasse, gesamtheitliche Raumplanung Zentrum/Hardstrasse, finanzielle Auswirkungen.

Im Zentrum steht neu also eher das „Zentrum“ und nicht mehr die Hardstrasse 25, die noch vor kurzem als „erstes Handlungsfeld“ mit Fertigstellung 2015 in Bottis „Immobilienstrategie“ definiert wurde. Jetzt scheint aber endlich die gesamte Dienstagsrunde und ein Raumplaner zugezogen worden zu sein, denn die nächsten Schritte haben irgendwie sehr wenig mit dem bisher Erarbeiteten zu tun. Ob die Hardstrasse 25 nun zur „Planungsleiche“ verkommt, wissen wir zwar nicht. Doch scheint es, als seien sowohl die von Herrn Segehrs angestellten „konservativen Berechnungen“ wie auch die unklaren Sanierungspläne des Sternenfeldschulhauses ohne seriöse Grundlage aus dem Hut gezaubert worden zu sein. Im Dezember 2011 hat man den Stimmbürger/innen zwar versichert, dass man mit „HARMOS“ kompatibel sei. Jetzt braucht es aber plötzlich eine „Schulraumplanung“? Eigenartig…

Dafür kann man nun eine andere Planungsleiche wiederbeleben: Der Phönix heisst Zentrumsplanung und stammt – lustigerweise – aus der Ära vor Seghers/Botti, als auf der Verwaltung noch Zuffereys „Schmarotzer“ Brauchbares erarbeitet haben…

Birsfelden und die Regierungsratswahlen

Etwas irritiert waren wir schon, als heute Morgen in der „BaZ“ folgendes zu lesen war:

Keine Einladung für Nussbaumer

Die Baselbieter CVP wird an ihrem Parteitag vom kommenden Donnerstag die beiden bürgerlichen Regierungsratskandidaten Thomas Weber (SVP) und Gerhard Schafroth (GLP) zu einem Hearing einladen. Zeitweise wurde diskutiert, ob sich auch SP-Kandidat Eric Nussbaumer vorstellen dürfe. Gestern entschied sich die Parteileitung dagegen…

Erst kürzlich hat dieses Verhalten gemäss der gleichen Partei doch noch gegen jegliche Regeln der Demokratie verstossen. Dabei hat es offenbar auch in der CVP Mitglieder „der Gewerkschaft“ und Herr Nussbaumer ist mit seinen Idealen als bekennender Christ näher bei der CVP als andere „unreligiöse“ Landratsmitglieder… Nun fürchtet sich die starke Mittepartei kantonal aber vor einer Retourkutsche in Form eines Sitzverlustes in der Liestaler Dienstagsrunde oder vor einem schlechten Abschneidern in den Nationalratswahlen, wenn die „BüZa“ in drei Jahren wieder nicht funktioniert. Deshalb ist in solchen Fällen die „Fähnlein-im-Wind-Taktiererei“ natürlich erlaubt und hat nichts mit „Machtstreben“ zu tun.

Egal. Die Entscheidung zwischen „starker Mitte“ und „BüZa“ ist schliesslich noch genug kompliziert. Ginge es nach den Plakaten, hat momentan der Grünliberale Schafroth die Nase vorn und sein Gesicht bereits an den Birsfelder Strassen montiert. Hoffentlich kriegt jetzt niemand ein Durcheinander und schreibt am 3. Februar „Schafroth“ auf den Zettel, sonst haben wir am Ende noch eine Gemeindepräsidentin, die gar nicht kandidiert hat 😉

Organigramm II

Noch vor der „Blaggedde“ haben es wieder einmal unsere zwei Preesi-Kontrahenten in die Lokalpresse geschafft. Die Meinung scheint auch bei den Zeitungen gemacht zu sein. Doch aller Hoffnung zum Trotz: Zu früh sollte man sich dann doch nicht freuen. Die Richtung der Analyse stimmt aber auf alle Fälle. Die Positionen, die in der „BaZ“ dargelegt werden, sind ja schliesslich auch klar:

„Heute versucht man, mich für alle möglichen Missstände persönlich verantwortlich zu machen“, sagt Botti. „Ausschliesslich negative Stimmungsmache“, hat auch der CVP-Präsident Simon Oberbeck ausgemacht.

Ist ja klar, dass das Anhängsel der Parteichef die Lage gleich zu beurteilen hat, sonst müsste man ja auch noch Selbstkritik üben… Der Herausforderer bleibt dafür distanziert aber bestimmt:

„Meine Kandidatur richtet sich nicht gegen eine Person – ich will mit meiner Kandidatur erreichen, dass Gemeinderat und Gemeindeverwaltung klare Strukturen erhalten.“

Genau diese sind aber angeblich die grosse Errungenschaft des „langjährig Erfahrenen“:

Botti wehrt sich: „Ich bringe meine langjährige Erfahrung und mein Wissen ein –  und ich kann mehr Zeit investieren als mein Gegenkandidat“, sagt Botti, der mit einem 25-Prozent-Pensum an einer Berufsfachschule unterrichtet und seit 2010 Landrat ist.

Logisch, weil sich Landratsmandat und Lehrerpensum zeitlich überschneiden, bleibt daneben natürlich noch viel Zeit… Doch zurück zu den „klaren Strukturen“. Auf dem Gemeindeweb (ganz unten!) findet man seit Anfang Jahr ein Organigramm der Verwaltung. Damit will man gegen aussen wohl zeigen, dass alles sauber strukturiert ist. Nach den diversen Reorganisationen und Umstrukturierungen ist es durchaus erstaunlich, dass der Herausforderer trotzdem Strukturen fordert.

Wie unklar alles ist, wird einem vielleicht klar, wenn man bedenkt, dass auf dem Organigramm nach wie vor keine „Geschäftsleitung“ erscheint, obwohl sowas zumindest mal existiert hat. Klar ist optisch dafür, wer (momentan noch) im Zentrum der Macht sitzt. Nur Herr Wiedemann konnte sich mit seiner Informatik da etwas einschleichen ;-). Auch wunderbar bildlich dargestellt: Herr Oberbeck als „Anhängsel“ am rechten Rand…

Spirituell

Irgendwie hat es die „Blätzbumser Blaggedde“, die am letzten Dienstag vorgestellt wurde, noch nicht so recht in die Lokalmedien geschafft. In der „bz“ erschien zwar ein Mini-Bildli und auch das „Birsfälderli“ zeigte irgend etwas Unkenntliches. Die „BaZ“ hat unsere Gemeinde bisher gar ganz verschmäht. Vielleicht hätte man nach Basler Vorbild auch eine ungeplante Frühveröffentlichungspanne inszenieren sollen ;-).

Wir liefern hier als Service eine etwas schärfere Variante, für alle, die vor lauter Fahnen das Fähnlein noch nicht gesehen haben:

blaggedde2013

Auch in diesem Jahr ist mit dem Sujet „Dr plant Gmeinds-Exodus“ wieder ein politisches Thema umgesetzt worden. Es geht aber nicht um den Exodus von Verwaltungsmitarbeitenden, sondern um deren Umzug in den „Kraftort“ an der Nummer 25. Wie wir vom „Birsfälderli“ erfahren, war die Auswahl in dieser Hinsicht wohl etwas eingeschränkt, denn:

Auch auf Platz zwei und drei landeten bekannte Gesichter: Corinne Ehrsam, die letztjährige Siegerin, war Zweite und Svenja Birkenmaier, bekannt durch die Ausstellung «Birsart», Dritte. Auch sie hatten Entwürfe zu den Umzugsplänen eingereicht.

Die „Zügelmannen“ sind auf jeden Fall bis jetzt noch nicht aufgekreuzt:

Dr Waggis zeigt uff d Zügelmanne und meint: ‹So wie die chrampfe, fallt mir ii, dört äne muess ä Chraftort sii!

Weshalb dieses Gebäude denn so ein spiritueller Ort sein soll, ist uns auch nicht ganz ersichtlich. Schliesslich soll dort auch richtige Sachpolitik betrieben werden und keine scharlataneske Telefonzentrale nach Mike Shivas Vorbild. Und im Mieterstreit sind bisher wohl eher Kraftworte gefallen…

Dicker Hund

Anscheinend war man bei der CVP gar nicht begeistert über den mehr als aufschlussreichen Artikel am bzw. im „Sonntag“. Der Schreibende hat das aber ganz sauber gemacht und ihm rechtlich irgendetwas vorzuwerfen, dürfte sehr schwierig sein. Das düstere Bild, dass er über die Präsidentschaft  Wahlchancen gezeichnet hat, entspricht trotz der Aussage, dass „der Konflikt für Aussenstehende schwer durchschaubar sei“, durchaus den Tatsachen – mal Abgesehen von einer gewissen Selbstwahrnehmung.

Nun kann man dieses Bild natürlich nicht einfach so stehen lassen und da Angriff bekanntlich die beste Verteidigung ist, schickt die Partei nun einen „Kampfhund“ aus:

Es ist ein „dicker Hund“, unkollegial und nicht akzeptabel, wenn ein Mitglied der Kollegialbehörde Gemeinderat Birsfelden im „Sonntag“ vom 6. 1. 2013 den bewährten bisherigen Gemeindepräsidenten Claudio Botti als „Katastrophe“ und „machtgeilen Siech“ bezeichnet. Politische Auseinandersetzungen in Ehren, doch derartige persönliche Beschimpfungen sind tief unter der Gürtellinie und bedürfen einer juristischen Überprüfung!

Unkollegiales Verhalten ist halt nicht gleich unkollegialem Verhalten. Zumindest dann nicht, wenn es die anderen machen. Ähnlich verhält es sich ja auch mit dieser sogenannten Polemik. Doch wenigstens bleibt man sich in der CVP treu und droht mal wieder mit rechtlichen Schritten. Darin kann man der CVP durchaus eine gewisse Kompetenz zuschreiben. Ob es aber je soweit gekommen ist, wissen wir nicht…

Zur Entschärfung der Lage empfehlen wir, den „dicken Hund“ zur Diät ins Hundehotel zu schicken und dem nicht ganz so „wortgeilen Siech“ Märki, ein Seminar in Diplomatie zu belegen. Aus

«Botti ist eine Katastrophe», sagt Märki zum «Sonntag». Und: «Botti ist ein machtgeiler Siech. Er mischt sich überall ein, macht aber selber nichts.»

hätte dann mit ein bisschen Wortkosmetik

«Botti frisst keine Katastrophenhunde», sagt Märki zum «Sonntag». Und: «Botti ist trotz ein bisschen Macht kein notgeiler Siech. Er mischt sich überall Wein, macht aber selber nichts dagegen

werden können. So hätte die CVP (im Originalton)

Es ist bezeichnend, dass der betreffende Kritiker keine handfesten Vorwürfe äussert, sondern nur ausschliesslich negative Stimmungsmache übt.

vielleicht auch nicht übersehen, dass da durchaus auch „handfestes“ dabei war:

Botti sei nicht kritikfähig: «Er kennt nur Schwarz und Weiss; ‹für mich oder gegen mich›.»

Der Artikel ist wohl selbst der beste Beweis…

Parteipolitik

Den undiplomatischen Worten von Herr Märki vom letzten Sonntag, als er den (damals trotzdem einstimmig gewählten!) Übergangsvize mehr oder weniger gewagt als „machtgeile Katastrophe“ bezeichnete, lässt die SP nun per Pressemitteilung nochmals sachlichere Voten in Richtung pro Hiltmann folgen:

Es kommt in Birsfelden derzeit nicht auf Parteienschacher oder Ideologien an, sondern darauf, dass eine vorwärts gerichtete Persönlichkeit die Gemeindeführung übernimmt und als Leiter des Gemeinderates und der Gemeindeversammlung gute Ergebnisse für die Gemeinde erzielt.

Sie hat wohl doch ein bisschen Angst, dass die Versuchung des gottlosen „nicht religiösen“ Zufalls-CVPlers sich als Sozialist zu positionieren,…

Politisch sähe sich Botti, der Gewerkschafts- und Greenpeace-Mitglied ist, ebenso gut bei der SP oder GLP aufgehoben. Für ihn spielt das keine grosse Rolle. Parteipolitik ist ihm fremd.

… (vgl. Sonntag bzw. bz online) ungeahnte Früchte der Verkenntnis tragen könnte. Parteipolitisch hat er allerdings bereits drei Parteien gegen sich und selbst die SVP dürfte ob diesen Äusserungen ihre ohnehin halbherzige Unterstützung für diesen Scheinbürgerlichen nochmals überdenken. Sie täte auf jeden Fall gut daran und wäre vielleicht wieder einmal auf der Gewinnerseite. Und falls die Vorhersage des Journalisten…

Falls Botti am 3. Februar die grösste Niederlage seiner Karriere erleidet, wird man politisch wohl nicht mehr viel von ihm hören.

… eintrifft, wären sogar die Chancen für eine Rückkehr in die Exekutive gegeben. Immer vorausgesetzt, der Entmachtete erkennt die Signale und verzichtet künftig zum Wohle aller komplett auf seine Interpretation von „Sachpolitik“, die unter anderem auch darin besteht, der kantonalen CVP – fernab jeglicher Parteipolitik – eine Linie zu geben:

Selbst innerhalb seiner Partei eckt Botti an. «Die CVP braucht eine klarere Linie», fordert Botti…

Ruhetag

Heute versorgt uns „der Sonntag“ zur Abwechslung mal mit interessanter Lektüre im Regionalteil. Spannend ist der Artikel über den Vizepräsidenten deshalb, weil er zwar eine relativ umfangreiche Zusammenfassung der aktuellen Lage liefert. Gründe, weshalb man den „einsamen Kämpfer“ wiederwählen soll, fehlen aber. Für einmal lassen wir den Sonntag einfach Ruhetag sein und überlassen das Analysieren (vorerst) mal den Lesenden. Die hohe Pointendichte überfordert uns heute schlicht ;-). Viel Spass beim Lesen des Artikels!

 

Schafspelz

Und schon befinden wir uns wieder mitten im Wahlkampf. Es ist diesmal ein fast bürgerliches Duell zwischen einem FDP und einem CVP-Vertreter, wobei ja bekanntlich eher unübliche Wahlunterstützungen die Sache spannend machen. Nun haben die Christdemokraten über die Weihnachtstage offenbar ein wenig herumgerechnet und festgestellt, dass wenn alle gut 700 Meschberger-Stimmen auf einen Schlag zu Hiltmann wechseln, ihr Kandidat noch älter aussieht und das absolutistische Mehr in weite Ferne rückt. Deshalb preisen sie ihr Alphatierchen nicht nur auf den Plakaten als „sozial“ an, sondern behaupten im heutigen „Birsfälderli“ sogar noch, er sei „seit jeher Gewerkschaftsmitglied“. Nun kennen wir leider keine Gewerkschaft für Berufspolitiker, der Verband der Baselbieter Gemeindepräsidenten hat sich aufgelöst und im VPOD werden sie ein Mitglied des Initiativkomitees „für einen effizienten und flexiblen Staatsapparat“ kaum nehmen.

Aber für linke Stimmen scheint nun jedes Mittel recht und so lesen wir, dass man beleidigt ist, nicht von der SP berücksichtigt worden zu sein:

Botti hätte vielleicht vor den Genossen keine schlechte Figur gemacht, weil sein ehrenamtliches soziales und gesellschaftliches Engagement, das er seit Jahrzehnten (zum Beispiel in der Jugendarbeit) pflegt, positiv registriert worden wäre. Damit hätte er (seit jeher Gewerkschaftsmitglied) bei SP-Mitgliedern punkten können. Im Bewusstsein um diese «Gefahr» hatte die SP-Parteileitung wohl darauf verzichtet, auch Claudio Botti zur Präsentation einzuladen. Machtpolitische Überlegungen sind der SP-Leitung wohl wichtiger als die Sachpolitik. Denn sachpolitisch steht die SP näher bei Botti als beim FDP-Kandidaten.

Wenn das mal nicht übelste „machtpolitischen Überlegungen“ sind, um ein paar Stimmen aus diesem Lager zu erhaschen… Und „sachpolitisch“ hat man ja bereits bewiesen, dass die Birsfelder CVP den Positionen der Genossen nicht allzu nahe steht. Oder wie sonst sind die sich wiederholenden Sparspielchen im Lava und die eigenwillige Personalpolitik zu erklären? Linke Positionen sehen anders aus, sonst würde ja kaum die SVP als Rechtspartei den Quasi-Bisherigen einem Neoliberalen vorziehen… Der Schafspelz ist schlicht zu klein und zu löchrig um den grossen Wolf ganz zu kaschieren

So widerspiegelt das Allianzenchaos FDP-SP und CVP-SVP wohl eher die Tatsache, dass nicht nur sach- und machtpolitische, sondern auch führungsstilistische Fragen durchaus eine Rolle spielen. Und da wäre eine Ablösung des Bisherigen kein waghalsiges Experiment, sondern ein blosser Vernunftsentscheid.

Update
Die Allianz FDP-SP wird noch durch die Grünen gestärkt, welche einstimmig Hiltmann unterstützen, denn:

Christof Hiltmann ist ein seriöser Politiker, der das Zeug hat frischen Wind in das Gemeindepräsidium zu bringen. Er überzeugt durch seinen Respekt gegenüber Andersdenkenden, wie mit seiner Haltung zu Transparenz in der Gemeindepolitik. Den Grünen Birsfelden ist aber auch bewusst, dass er insbesondere bei Finanzthemen weit rechts politisiert und Sozialanliegen für ihn einen etwas geringeren Stellenwert haben. Trotzdem sind die Grünen Birsfelden klar der Meinung, dass er als sachlicher, integrer und kompetenter Kandidat das Amt des Gemeindepräsidenten gut ausüben würde. Deshalb erhält er von den Grünen Birsfelden die volle Unterstützung.

Den Grünen – deren Wahl des Dienstagsrundenmitglied nach eigenen Angaben eine Überraschung war – nun auch hinterhältiges Machtstreben „machtpolitische Überlegungen“ vorzuwerfen, wäre etwas gar einfach. Vielleicht sollte die CVP einfach mal den ersten Satz des Zitats lesen und dann überlegen, was dort zwischen den Zeilen so steht…

Perlen

Frisch und positiv wollen wir ins neue Jahr starten und präsentieren deshalb wieder einmal eine „Birsfelder Errungenschaft“. Neben all dem Fragwürdigen und Unerfreulichen finden auch wir in unserer Gemeinde immer wieder Perlen. Gemeint ist diesmal aber nicht die vom Aussterben bedrohte Birsperle, sondern unser „Birsfelder Museum“. Angepriesen wird diese Kulturinstitution auf der Gemeindeseite zwar eher tiefstaplerisch:

Beschreibung
Das Birsfelder Museum umfasst das historische Archiv und die Ausstellungsräume für Wechselausstellungen. Es wird von der gemeinderätlichen Kulturkommission geführt.

Doch die Veranstaltungen, welche die Kulturkommission dort auf die Beine stellt, sind weit mehr als auswechselbare Wechselausstellungen. Junge Künstler präsentieren da ihre „Birs-Art“, die Heilsarmee ihre Geschichte. Dazwischen findet man Gloor-reiche Kunstwerke gestandener Kunstgrössen, goldene Schuhe und andere Sentimentalitäten. Seit 1991 erfreut uns dieses kleine Museum, das selbst den BilderSparsturm der Dienstagsrunde relativ unbeschadet überstanden hat. Bald (wie bald entscheidet unser überausgelaster Bauchef) geht es dank Lift vielleicht in noch höhere Sphären. Das verspricht zumindest die nächste Ausstellung mit Vernissage am 11. Januar. Gleich acht Kunstschaffende verabschieden die Kulturkommissionspräsidentin. Wir hoffen, dass die Institution eine neue Perle findet und unter dieser Leitung genauso prosperiert!

Neues Jahr,…

… neues Glück! Das wünschen wir nicht nur unserer Gemeinde, sondern auch allen Leserinnen und Lesern.

Hoffnungsvoll blicken wir auf ein Jahr, in dem die ewige Politglosse um die Dienstagsrundensitze und deren Thron ein Ende nehmen sollte. Und das könnte schon sehr bald sein. Noch vor dem chinesischen Neujahrsfest am 10. Februar werden unsere Wahlzettel ausgezählt sein und wir erfahren endlich, wer mit uns das Jahr der Wasser-Schlange begehen wird. Und das chinesische Horoskop hört sich recht vielversprechend an:

Es gilt als Jahr der Überraschungen. Und das sowohl in positiver, als auch in negativer Hinsicht. So manche Spätfolge des sehr umtriebigen Vorjahres, das der Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser als Kräfte einer phasenweisen Entwicklung) folgend, genau wie das Jahr der Schlange 2013 das Element Wasser hatte, kommt zum Vorschein und mitunter müssen Fehler glattgebügelt werden. Wer sorgfältig plant und überlegt handelt, wird dafür jedoch gemeinhin auch belohnt und am Ende des Jahres sollte die Bilanz dann überwiegend positiv ausfallen.

Wir hoffen natürlich, dass in der Dienstagsrunde eine gewisse „Bügelkompetenz“ besteht, denn es gibt da schon die eine oder andere Sache, die ausgebügelt werden muss. Dafür lesen wir auch noch was von einer positiven Bilanz. Darauf freuen wir uns!

Aktuell befinden wir uns noch im Jahr des Wasser-Drachens. Von seinem Glück war bisher zwar nicht viel spürbar, aber immerhin kommt die versprochene Aufbruchstimmung jetzt doch noch zum Tragen. Wer sich nochmals überzeugen will, dass ein Wechsel nötig ist, kann ja heute der „spontanen und ungezwungenen“ Rede am Neujahrsapéro im Kirchmatt lauschen. Wer genug davon hat, geht am 3. Januar direkt ins Parteilokal der FDP um dort “ uf e guets Neus“ anzustossen…

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