Realitätsnah

Was macht man, wenn der Gemeindepräsident nicht mehr die Zeit findet, persönlich all die vielen Telefonate (mehrere pro Woche!) von Leuten entgegen zu nehmen, die gerne nach Birsfelden ziehen möchten? Man kann zum Beispiel ein Wohnungsforum anbieten, so wie die Gemeinde dies mit ihrem „Immopool“ kürzlich eingereichtet hat.

Nun ist diese Plattform noch ganz leer: Entweder ist sie noch zu unbekannt oder es gibt schlicht zu wenig „Leerstände“ in Birsfelden. Seit Jahren tümpelt die Bevölkerungszahl knapp über dem Stadt-Limit irgendwo bei 10’400. Und obwohl man immer wieder an neue Bauprojekte heranläuft, nimmt die Wohnfläche kaum zu, denn Birsfelden ist praktisch vollgebaut und schon jetzt die am dichtesten besiedelte Gemeinde im Kanton.

Dennoch haben auch schon 17’000 Menschen gleichzeitig hier gewohnt und man diskutiert seit längerem, wie man wieder wachsen könnte. Neben dem bald bebauten Fröschenweg existieren schliesslich noch andere Pläne: Unter anderem eine versenkte, grösstenteils unbekannte, eher teure Zentrumsplanung aus der präbottischen Ära und eine „Immobilienstrategie“ neueren Datums, die zunächst mit konkreten Zahlen und Bauetappen öffentlich lanciert wurde, später aber mehr oder weniger feigegeschickt zur „Ideenskizze mit möglichen Handlungsfeldern“ umdefiniert wurde.

Mit diesem komplizierten Erbe gilt es nun geschickt umzugehen. Es ist sicherlich unumstritten, dass Handlungsbedarf besteht und sich Birsfelden weiterentwickeln sollte. Dafür müssten aber endlich einmal Grundlagen geschaffen und berechnet werden, die der Realität entsprechen. Es reicht nicht, die potentiellen Zuwanderer und Investoren nur als Steuerzahler bzw. Baurechtszinsenentrichter im Budget einzuplanen. Genauso wichtig sind die dazu nötigen Investitionen in die Infrastruktur, wie z.B. Schulen, Verkehr, Freizeitanlagen, etc. (ein nigelnagelneues Altersheimzentrum haben wir ja glücklicherweise). Nach den bekannten selbstverschuldeten Fehlschlägen dürfte es aber schwierig sein, Kredite für diese Planung bewilligt zu bekommen, wie das die SP fordert. Wir sind deshalb gespannt, wie sich das Ganze weiterentwickeln wird und freuen uns auf den „Dialoganlass“ zum Thema „Zentrum“ am 4. Mai…

6 responses to this post.

  1. Posted by rbroder on 24.03.2013 at 13:15

    Stadtentwicklung in grossen Zusammenhängen und Flächen denken und in grossen, mittleren und kleinen Schritten umsetzen, – das ist die Grundidee, die hinter dem Antrag der SP Birsfelden steht. Dazu gehört, dass eine Planung des Birsfelder Zentrums 1. ein Gebiet von der Schützen-/Lerchengartenstrasse bis über die ganze Zentrumsparzelle erfasst und 2. die Planung von Wohnen, öffentlicher Infrastruktur und Verkehrserschliessung integriert (Details siehe: http://www.sp-bl.ch/index.cfm/sektionen/birsfelden/birsfelder-politik/stadtentwicklung/).

    Für ein Puzzle braucht es eine Gesamtansicht. Das ständige Hin- und Herdrehen einzelner Puzzleteile ohne zu wissen, wie das Ganze aussehen soll, hilft kaum. Das kantonale Raumplanungs- und Baugesetz kennt genau für dieses Vorgehen das Instrument des Quartierplanes.

    Wer ernten will, muss zuerst säen. Diese Binsenwahrheit gilt auch für die Planung des Birsfelder Zentrums. Für die Diskussion in der Bevölkerung, für die Gespräche mit den privaten Grundeigentümern und möglichen Investoren braucht es eine Ideenskizze, die aufzeigt, welche Möglichkeiten ein solcher Quartierplan eröffnet. Darum braucht es den Kredit, weil diese Arbeit kaum intern geleistet werden kann. Der Begriff „Ideenskizze“ drückt aus, dass es sich nicht um eine ausgefeilte Planung handeln soll, sondern um einen ersten Schritt dorthin. Insofern hält sich auch der Aufwand in Grenzen.

    Es wäre verheerend, wenn die bisher nicht immer glücklichen Schritte in der Zentrumsplanung zu einer sturen Ablehnung jeder weiteren Planung führen. Chancen ohne Risiken gibt es nicht – noch eine Binsenwahrheit.

    Antworten

  2. Fragen über Fragen:
    „Birsfelden als Wohnstadt? Interessiert das die Bevölkerung? Sind andere Parteien an eine Zusammenarbeit mit der SP Interessiert? Was sagt der Gemeinderat dazu?
    Ich wünsche allen einen schöne Woche und bald viele Hasen und Ostereier….

    Antworten

  3. Darf man in diesem Blog nur links denken?
    SCHADE
    Das hilft Birsfelden nicht!
    Schöne Ostern oder halt nicht .
    Daumen nach unten?!!!

    Antworten

    • Posted by Anonymous on 26.03.2013 at 11:22

      Jetzt ist die Zeit für Tulpen und Osterglocken.
      Nicht für Mimöslein …

      Wer hier schreibt setzt sich den Meinungen anderer aus.
      Da muss man auch etwas in Kauf nehmen können …

  4. Posted by wutbürger on 27.03.2013 at 18:40

    Wie soll man denn den »Immopool« auf der Gemeinde-Website überhaupt finden?
    Ich denke, bevor jemand per Zufall auf diesen »Immopool« stolpert, sollte dies auf der Eingangsseite einmal gezeigt werden. So wie die ganze Startseite übersichtlicher, sprich benutzerInnenfreundlicher sein dürfte.

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  5. ich sage Dankeschön!
    und viel Spass am Banntag….

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