Archive for the ‘Birsfelder Errungenschaften’ Category

Wann wird’s mal wieder richtig… Herbst?

Der Casus Botti Belli hat sich aufgelöst, die Gemüter in der Gemeinde haben sich beruhigt und selbst der „Schnoog“ hat ausgestochen…

Wem aber die Berichterstattungen über die neue Nüchternheit etwas gar zu nüchtern daherkommt oder wer gerne auch mal wieder selber mitdiskutieren möchte, darf auf den Herbst 2013 gespannt sein. Man hört von neuen Projekten!

Exodüsser

Bevor alle Land-Fasnächtler zum Turteln in die Stadt fahren und im Gegenzug dazu einige Fasnachts-Hasser mit einem temporären Exodus auf’s Land den schrillen Klängen entgehen dürften, erholen sich wohl noch ein paar vom lokalen Fasnachtsdelirium. Auch diese stand ja eigentlich unter dem Exodus-Motto, doch davon war wie gewohnt nicht viel zu spüren. Ein spezielles Lob deshalb an „Stärnefäld-Rueche“, die ihren unfreiwilligen Exodus aus den Sternenfeld-Hochhäusern zum Sujet machten und die Füür-Waggis, die sogar einen eigenen Zeedel hatten, der es bis in die „Sonntags-BaZ“ geschafft hat:

Zu den Ausnahmen gehörten die Füür­Waggis. Ihr Sujet «FeuerWe(h)rkHof – oder d Im­mobiliestrategie wänn mir nit!» erläu­tern sie auf ihrem Zeedel:

Mir wänn nit mit em Wärkhof zämme,
will die sunscht unsri Auto nämme!
So wird denn, das wurd gar nüt nütze,
s TLF gnoh zum Blueme sprütze
Nei, und das isch nit übertriibe,
mir möchte in dr Hofstrooss blibe.

Mit dabei auf dem prächtigen Wagen der Löschmannschaft auch ein Luftballon aus einem bekannten Basler Schuhhaus, das kürzlich den Exodus von der freien Strasse an die Gerbergasse wagte. Nur das Dienstagsrundenmitglied – mit zufällig ähnlichem Namen wie das Schuhgeschäft – denkt noch nicht daran, trotz Bruchlandung mit der „Immobilienstrategie“, einen solchen ins Auge zu fassen…

Perlen

Frisch und positiv wollen wir ins neue Jahr starten und präsentieren deshalb wieder einmal eine „Birsfelder Errungenschaft“. Neben all dem Fragwürdigen und Unerfreulichen finden auch wir in unserer Gemeinde immer wieder Perlen. Gemeint ist diesmal aber nicht die vom Aussterben bedrohte Birsperle, sondern unser „Birsfelder Museum“. Angepriesen wird diese Kulturinstitution auf der Gemeindeseite zwar eher tiefstaplerisch:

Beschreibung
Das Birsfelder Museum umfasst das historische Archiv und die Ausstellungsräume für Wechselausstellungen. Es wird von der gemeinderätlichen Kulturkommission geführt.

Doch die Veranstaltungen, welche die Kulturkommission dort auf die Beine stellt, sind weit mehr als auswechselbare Wechselausstellungen. Junge Künstler präsentieren da ihre „Birs-Art“, die Heilsarmee ihre Geschichte. Dazwischen findet man Gloor-reiche Kunstwerke gestandener Kunstgrössen, goldene Schuhe und andere Sentimentalitäten. Seit 1991 erfreut uns dieses kleine Museum, das selbst den BilderSparsturm der Dienstagsrunde relativ unbeschadet überstanden hat. Bald (wie bald entscheidet unser überausgelaster Bauchef) geht es dank Lift vielleicht in noch höhere Sphären. Das verspricht zumindest die nächste Ausstellung mit Vernissage am 11. Januar. Gleich acht Kunstschaffende verabschieden die Kulturkommissionspräsidentin. Wir hoffen, dass die Institution eine neue Perle findet und unter dieser Leitung genauso prosperiert!

Abgeperlt

Und wieder tausend Franken gespart! Der Jugendpreis „Birsperle“ – eine der positiven Birsfelder Errungenschaft – wurde zwar in diesem Jahr noch verliehen, doch weil die verleihende „JuKo“ aufgelöst wurde, sich die Bewerbenden jeweils an einer Hand abzählen liessen und man eben Geld sparen muss, wird die Perle wohl bald definitiv aus der Krone der Dienstagsrunde fallen.

Die „BaZ“ war an der diesjährigen Preisverleihung zugegen, ging aber unter dem Titel „Zukunft der Birsperle ungewiss“ mehr dieser Frage nach, anstatt den ausgezeichneten – aber doch eher unbekannten – „Jugendtreff Arena“ des „Centro Cristão Internacional“ etwas genauer vorzustellen. Portugiesisch ist halt nicht jedermanns Sache; auch nicht unsere! Dennoch hat die „BaZ“ ein paar interessante Fakten miteinander verknüpft:

Die Birsperle wurde gestern zum sechsten und vielleicht auch zum letzten Mal verliehen. Die Jugendkommission, die den Wettbewerb bis anhin organisiert hat, wurde im vergangenen Juni per Gemeinderatsbeschluss aufgelöst.

Es war zwar ein Gemeindeversammlungsbeschluss, aber trotzdem ist es richtig, dass die „JuKo“ nicht mehr existiert. Über das Wegfallen die Zukunft der Birsperle hat Herr Oberbeck aber an der entsprechenden Versammlung kein Wort verloren. Dafür jetzt:

Oberbeck ist es grundsätzlich ein Anliegen, dass die Birsperle auch in Zukunft verliehen wird. Die Arbeitsgruppe Offene Jugendarbeit, welcher der CVP-Politiker angehört, wird nächste Woche an ihrer Sitzung dieses Thema behandeln. «Wir werden eine Lösung finden», sagt Oberbeck.

Auch wenn wir gegenüber den „Lösungen“ der Dienstagsrunde eher skeptisch sind, kann man ja auch mal hoffen. Eine Lösung für ihr Raumproblem dagegen müssen bald der „Jugendtreff Arena“ sowie die „Freie evangelische Gemeinde FEG“ finden. Sie sind nämlich Mieter der Liegenschaft „Birsstegweg 5“ und damit Teil des Masterplans:

Die Parzelle, auf der sich die an die FEG vermietete Liegenschaft befindet, werde im Rahmen der Immobilienstrategie der Gemeinde überprüft und bewertet. Dabei schaut die finanziell arg gebeutelte Gemeinde, ob sie ihre Liegenschaften besser – sprich: lukrativer – nutzen kann.

Einmal mehr kommt also die bekannte „Zuckerbrot und Peitsche“-Strategie der Dienstagsrunde zum Einsatz. Wir gratulieren zum Schachzug!

Masterplanitis

Nachdem die Medien die Hoffnung für unsere beschauliche Vorortsgemeinde scheinbar aufgegeben haben, meldet sich nun ein „e. Gemeindepräsident“ – zur Abwechslung  mal nicht a.i. – zu Wort. Und er findet (was wir alle wissen)

Birsfelden ist viel besser als sein Ruf

Obwohl sich ehemalige Amtsträger traditionsgemäss eigentlich nicht mehr zu fest ins Politikgeschäft einmischen sollten, ist es wohl nicht ganz falsch, ihren Gedankengängen – reich an Erfahrung und grossem Hintergrundwissen – etwas Beachtung zu schenken. Gut, wir wissen, dass Teile der aktuellen Dienstagsrunde die Geschichte lieber verbrennen würden, deshalb ist neben den „drei Handlungsfeldern“ des „Masterplans Meschberger“ vielleicht vor allem folgende Aussage wichtig:

Der Gemeinderat sollte sein Augenmerk auf solche historischen Tatsachen wenden und nach Lösungsansätzen suchen, anstatt die Steuerzahlenden mit gut gemeinten, aber wenig durchdachten „Strategien“ zu blenden und zu verärgern, und gleichzeitig Birsfelden schlecht zu reden. Hier besteht für Birsfelden nach wie vor grosser Handlungsbedarf.

Die von der Dienstagsrunde gewünschte Diskussion ist also eröffnet. Mal sehen, wie sie damit umgehen wird…

(K)ein Grund zum Feiern

Unsere Gemeinde darf sich also weiterhin „Energiestadt“ nennen! Mit 227.9 von 445.4 möglichen und 225.1 nötigen Punkten sind wir mit 51% gerade wieder knapp durchgekommen, wenn auch auf dem letzten Platz. Die Verantwortlichen sind natürlich stolz auf diesen Minimalismus und laden deshalb am kommenden Mittwoch um 17:15 Uhr die Bevölkerung auf einen Apéro ins Kraftwerk. Genau dieses soll auch hauptverantwortlich sein für die Erneuerung des Labels:

An den Anstrengungen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen, ist unter anderem auch die Kraftwerk Birsfelden AG nicht unerheblich beteiligt. Sie betreibt seit 1954 das Flusswasserkraftwerk im Rhein. Per Wasserkraft werden jährlich 600 Mio. kWh Strom produziert, was rund 17 % des gesamten Stromverbrauchs in der Region Basel entspricht.

Doch das dürfte nicht der wahre Grund sein: Im Energiestadtbericht 2012, der im Wesentlichen eine Kopie der 2007er Variante ist und nur marginale Neuigkeiten enthält, erfährt man mehr über die eigentliche Errungenschaft für Birsfelden, die uns diese Anlage beschert:

Mit der Alternativ Energie Birsfelden AG (AEB) besteht in der Gemeinde eine umfassende Nahwärmeversorgung (1’350 Wohneinheiten oder ca. 25% aller Wohnbauten in Birsfelden werden von der AEB versorgt). Durch die Nutzung der Generatorabwärme des Rheinkraftwerkes und des Grundwassers leistet die AEB wesentliche Beiträge an eine nachhaltige Energieversorgung. Über 90% der gemeindeeigenen Gebäude sind an das Nahwärmenetz der AEB angeschlossen.

Weiter unten erfährt man dann, was für die 100% noch fehlt (und auch 2007 schon gefehlt hat):

Nicht angeschlossen ist eine Sporthalle, welche weit ab vom WV liegt.

Doch neu erwähnt der Bericht lobend das neue Alterszentrum:

Wettbewerb Alters- und Pflegeheim (Minderheitsbeteiligung der Gemeinde): Bau nach Minergie und Anschluss an Wärmeverbund.

Nun sieht natürlich die Aussage zur Sporthalle schon wieder etwas anders aus: Vom Altersheim zur Halle ist es nur ein Katzensprung. Keine Spur von „weit ab vom Wärmeverbund“…

Der Prüfer scheint sich lokal halt nicht so auszukennen. Wobei ihm ein gewisses Kommunikationsdefizit nicht entgangen zu sein scheint:

Dort sind wir mit 36% noch weit von den Minimalstandards entfernt. Da wird auch die „Mobilitätskarte Birsstadt“ mit dem Birsweg nach Aesch nicht viel dran ändern…

Dafür erhalten wir eine neue, energiefreundliche Strassenbeleuchtung:

Strassenbeleuchtung: Sanierung gemäss Konzept mit LED-Technologie über die kommenden 5 Jahre (2012-2016, Investitionssumme 681’000 CHF)

Ob diese dann auch auf die Dienstagsrunde einen Erhellungseffekt haben wird? Für das ebenfalls geplante neue Energieleitbild hoffen wir das doch!

 

Gutschweizerisch

Die Dienstagsrunde kann im heutigen morgigen „Birsfälderli“ für einmal positiv überraschen. Es gibt nämlich Neuigkeiten zum Dauerthema Banntag!

Der höchste «Birsfelder Feier­tag», der traditionelle Banntag, wird zukünftig am ersten Sonn­tag nach dem 4. April stattfin­den. Dies hat der Gemeinderat entschieden, nachdem die Ver­legung in den Mai für Diskus­sionen gesorgt hatte.

Das tönt ja spannend! Ist das etwa ein Anzeichen dafür, dass nun etwas Vernunft in die Dienstagsrunde zurückgekehrt ist? Oder einfach eine Schönwetterphase vor dem nächsten Wahlgang? Der Text ist auf jeden Fall so formuliert, dass den Damen und Herren niemand böse sein kann:

Der Gemeinderat ist deshalb nochmals über die Bücher gegangen und hat einen Konsens gesucht – und gefunden. Der Birsfelder Banntag wird fortan immer am ersten Sonntag nach dem 4. April eines Jahres durchgeführt. Der Banntag findet nächstes Jahr also am Sonntag, 7. April 2013, statt.

Der gutschweizerische Konsens also! Wo hatte sich dieser bloss versteckt? Egal, jetzt ist der da und man vermeidet in Zukunft also die Terminkollision mit dem Muttertag und – ja, das steht auch noch drin – die Kulturkollision mit den „traditionsbewussten Kreisen“. Gleichzeitig müssen auch die vielen Familien nicht enttäuscht werden, die dem Gemeinderat zur Verschiebung auf den Sonntag gratuliert haben. Beim Konsens gibt es also nur Gewinner/innen!

Wieviele der zahlreichen alternativen Banntage nun verschwinden werden, wird sich im nächsten Jahr zeigen. Wir stoppen mal den „Banntags-Zähler“ und warten ab, was passiert. Wobei die vom Hundehotelier geforderte demokratische Abstimmung ist vor lauter Konsens völlig untergegangen…

Mekka

Nachdem die letzten zwei Tage in der ganzen Schweiz die Hunde (und andere hörempfindliche Lebewesen) gequält wurden, werden ab morgen für zwei Tage die Birsfelder Pensionäre erschreckt, denn es ist wieder „Openair Birsfelden“-Zeit.

Das von jungen Birsfelderinnen und Birsfeldern organisierte Festival ist Balsam für die Seelen der lokalen Rock-Fanatiker. Diese mussten mit der Schliessung des beliebten „Sissy’s Place“ nämlich erst gerade einen herben Dämpfer einstecken. Das gab wohl nicht nur bei Sissy selber Tränen und ist natürlich Schade für die ganze Szene.

Aber eben: Mit dem Openair wird unsere Hafenstadt zumindest für das kommende Wochenende wieder zum Mekka der Freunde lauter Gitarrensolis…

Schildbürger

Die Erzählungen um die Einwohner des berühmten Dorfes „Schilda“ haben zwar nur im übertragenen Sinne mit Verkehrs- und Verbotsschildern zu tun, dennoch ist es eine treffende Beschreibung für die aktuelle Lage in „Neu-Schilda“ (früher auch bekannt als „Blätzbums“). Die neuste Beobachtung…

… ist nochmals eine eindrückliche Demonstration dafür, wie aktiv die Dienstagsrunde versucht, die Schlafgemeinde auf keinen Fall aufzuwecken. Oder wie es der „wutbürger“ so schön ausgedrückt hat:

Wahrscheinlich will der jetzige Gemeinderat noch in den letzten Tagen (Agonie?) in Birsfelden für Ruhe sorgen. Fast hätte ich geschrieben für »Ruhe und Ordnung«, aber das mit der Ordnung ist ja kaum möglich bei diesem Personalbestand.

Wer ausser den Plakaten sonst noch eine Idee hat, was man am 25. April 2012 – dem „internationalen Tag gegen Lärm“ –  machen könnte, darf seine Idee gerne noch kurzfristig einem der lokalen „Lärmminister“ senden. Die dort produzierte „heisse Luft“ ist ja glücklicherweise meist emissionsfrei, es sei denn, man entlässt mal wieder eine/n Angestellte/n in die Umwelt…

Wetterprognose

Über die verregneten Feiertage lassen wir es ein wenig ruhiger angehen und hoffen auf besseres Wetter. Spätestens am 14. April sollte die Sonne wieder scheinen, denn an diesem Datum – BBO-Besuchende haben es schon geahnt – ist…

… Banntag, s isch Banntag

Ich will unsre Banntag, dr Banntag

Nit eifach irgendwenn,

sondern denn, wenn is kenn …

Kennen tut man den Banntag in Birsfelden erst seit dem Jahr 1975. Damals feierte die Gemeinde ihr 100-Jahr-Jubiläum und der Gemeindepräsident Gino Cereghetti sen. konnte eine seiner besten Ideen verwirklichen: Er führte den Birsfelder Banntag ein. Er sollte immer am Samstag, nach dem 4. April – ausser am Samstag vor Ostern – stattfinden. Dieses Datum ist für Birsfelden äusserst wichtig, denn am 4. April 1875 entliess das Baselbieter Volk Birsfelden (endlich) in die Unabhängigkeit. Zuvor gehörte das Dorf bekanntlich zu Muttenz.

Deshalb treffen wir uns am Samstag, 14. April 2012 punkt 14.00 Uhr wie immer beim Bärencenter.

Den Zvieri-Halt haben wir bei der Hafenverwaltung geplant. Die „Organisatoren“ werden gekühlte Getränke bereithalten und zu günstigen Preisen verkaufen. Der Klöpfer oder sonst ein Zvieri ist aber selber mitzubringen.

Wir hoffen natürlich auf schönes Wetter und haben – auch mangels Möglichkeiten – gar keine Schlechtwettervariante ausgearbeitet.

Hoffentlich seid Ihr wieder – oder auch – dabei und bringt Freunde und Bekannte mit. Alle, die der schönen und 37-jährigen Tradition noch verbunden sind, sind herzlich willkommen!

Den Organisatoren des „traditionellen Banntags“ wünschen wir natürlich Wetterglück und viel Erfolg!

Inspirierend

Auch die kleine aber feine Birsfelder Kultur- und Kunstszene setzt sich thematisch mit dem Wahlausgang von letztem Wochenende auseinander. An dieser Stelle präsentieren wir unserer Leserschaft ein erstes kleines Werk des Künstlers „Hobbygrafiker“.

Herzlichen Dank für diesen Beitrag! Wir sind auf das weitere Schaffen sehr gespannt…

Terminkollision

Während die Fasnacht in der Stadt heute morgen erwartet pünktlich gestartet ist, gehört die „Buurefasnacht“ auf dem Land bereits wieder der Vergangenheit an. Die Blätzbumser Variante war auch in diesem Jahr eine wilde Mischung aus Lokalem und (grenzüberschreitend) Regionalem. Wir interessieren uns natürlich in erster Linie für das Lokale und so lesen wir in der Lokalzeitung „bz“:

Viele Birsfelder Fasnächtler haben dem Säuli den Namen «Claudio» gegeben. Ein Schelm, wer dabei an den Gemeindepräsidenten denkt.

Gemeint damit ist natürlich das Säuli auf der „Blaggedde“. Daneben gab es auch Gruppen, die sich an politische Themen wagten. Neben dem leisen Protest gegen die Entlassungskönige an der Hardstrasse war auch eine neue Variante der Birsköpfli-Buvette unterwegs. Gestalterisch schlug sie das geplante Bauwerk um Längen, doch konzeptionell erinnerte das Gefährt an den jetzigen Wohnwagen.

Schliesslich fiel der Fasnachtstermin zufällig noch auf einen der vielen Banntagstermine. Die „Lustlosen“ nutzten den Umzug nämlich für einen Bannumgang:

Nach den BBO-Intermezzi also schon der zweite in diesem Jahr! Passend dazu ihr Motto:

Und die Möglichkeiten sind in der Tat beinahe unbeschränkt. Die nächsten – uns bekannten – Banntage finden wie folgt statt:

  • Traditionell: Samstag, 14. April 2012, Treffpunkt: 14 Uhr beim Bärencenter
  • Offiziell: Sonntag, 13. Mai 2012 (Achtung Muttertag!), Treffpunkt 14 Uhr beim Zentrumsplatz

Fragt sich also nur noch, wann der nächste „Ver-Banntag“ stattfindet und wer das Opfer sein wird. Ein Schelm, wer dabei an den Gemeindepräsidenten denkt…

PS: Grosser Dank an den Fotografen vom Hundehotel!

Ehrensache

„Rahmestiggli“ gehören zu einer Vorfasnachtsveranstaltung wie Plakate zu den Wahlen. Und typischerweise kriegt darin die politische Klasse ihr Fett ab. Das war natürlich auch an der diesjährigen BBO nicht anders zu erwarten. Doch dass eine Mehrheit der aktuellen Dienstagsrunde den Anlass gemieden hat (nur zwei von sieben waren da), überraschte schon etwas und könnte auch ein Indiz sein, dass man nicht zur Politik der letzten vier Jahre stehen kann. Das ist schon ziemlich bitter. Am zutreffendsten beschreibt es wohl Herr Küng von der „bz“:

Wahrscheinlich ahnten der Gemeindepräsident Claudio Botti (CVP) und sein Kollege (und Intimus) Claude Zufferey (SVP), dass sie in den insgesamt neun Rahmestiggli die Hauptprotagonisten sein würden.

Und es gab sie, die kritischen und bissigen Kommentare zum lokalpolitischen Tagesgeschehen des vergangenen Jahres. Ausser dem sehr ernsten – aber nicht minder nötigen – „VerBanntag“ war alles in saubere Satire verpackt und toll präsentiert. Manchmal hätte man sich sogar noch etwas mehr Mut gewünscht.

Den gleichen Mut bräuchte es, damit man sich dieser Art der Kritik stellen kann. Wäre doch Ehrensache! Und im letzten Jahr hat es dem Herrn Botti noch so gut gefallen (5:00). Aber eben: „Birsfälde blogt – aim“ und die, die am meisten „blogen“, vertragen die Kritik am wenigsten…

Wir bedanken uns an dieser Stelle standesgemäss für die ehrenvolle Erwähnung und freuen uns auf die BBO 2013!

Vergiftetes Klima

Nein, wir reden nicht von der Schweizerhalle-Katastrophe, die sich demnächst wieder jährt. Wir reden vom politischen Klima in unserer Gemeinde. Es wird viel darüber geredet und geschrieben und nicht nur die Parteien machen sich auch deshalb Sorgen, fähige Leute für die Behörden und Kommissionen zu finden.

Die Sorgen sind durchaus berechtigt, denn immer weniger Leute sind bereit, sich in einem politischen Amt zu engagieren. Dabei sieht es in Birsfelden besonders düster aus. Aktuell sucht zum Beispiel die Kulturkommission öffentlichkeitswirksam NachfolgerInnen, um auch weiterhin abwechslungsreiche und spannende Ausstellungen im Museum auf die Beine zu stellen. Doch auch in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und der Geschäftsprüfungskommission (GPK) sind zurzeit Sitze vakant. Und das wären doch eigentlich ganz wichtige Organe in der aktuellen „ordentlichen Gemeindeorganisation“ (also als Gemeinde mit Gemeindeversammlung), die aber nicht zuletzt auch stark kritisiert wurden.

Klar, der Blog trägt nicht gerade zu einer Aufhellung am düsteren Horizont bei, sondern giesst wohl eher noch mehr Öl ins Feuer. Doch der Dauerbrand wurde ganz woanders ausgelöst. Es dürfte zum grössten Teil die Errungenschaft der gemeinderätlichen Dienstagsrunde sein, welche mit ihrer Art im Umgang mit Personal, Behörden und demokratischen Entscheidungsprozessen ganz allgemein die Bedürfnisse der Gemeinde diametral verfehlt hat. Die aufflammende Kritik, welche gezielt mit Nichtbeachten, absoluter Respektlosigkeit und in vielen Fällen gar mit Mobbing in seinen schlimmsten Formen bekämpft wurde und wird, lässt sich so aber kaum bewältigen. Auch wenn es nicht libysche oder kubanische Zustände sind, so ist doch eine gewisse quasi-diktatorische Handlungsweise erkennbar. Dazu kommt bei genauerer Betrachtung der Geschäfte zudem ein Bananenrepublik-Feeling.

Wünschenswert wäre also ein möglichst baldiger Paradigmenwechsel, der diese Entwicklung stoppt und wieder rückgängig macht. Dazu bräuchte es bloss etwas gesunden Menschenverstand. Oder anders ausgedrückt, eine Neubesetzung des Gemeinderats mit interessanten und qualifizierten Menschen.

Privatisierung

Die Privatisierungswelle im Rahmen der gemeinderätlichen Sparmassnahmen trifft nicht nur den Robiplatz. Nein, es sind sogar Anlässe davon betroffen. Die Chilbi – das grosse Dorffest am kommenden Wochenende – ist neu nämlich ein privater Anlass.

Im Falle der „Birsfälder Chilbi“ heisst das nun in erster Linie, dass der Zapfenstreich bereits um 1 Uhr in der früh ist. Danach muss man wohl oder übel irgendwo privat weiter feiern oder aber dem Namen der „Schlafstadt“ alle Ehre erweisen und ins Bett hüpfen. Es zirkulieren bereits schon einige Gerüchte, weshalb die Diktatur des Gemeinderats die Öffnungszeiten so festgelegt hat. So behaupten böse Zungen, dass man mit der Massnahme die angeschlagenen Immobilien etwas schonen möchte und so ihre Lebensdauer vielleicht etwas verlängern könnte. Andere meinen, dass der Gemeinderat nach den anstrengenden Sitzungen unter der Woche am Wochenende kein „Sitzleder“ mehr hat.

Doch der Hund liegt ganz woanders begraben. Im Text des IG-Präsidenten in der Chilbi-Beilage ist zu lesen, dass man in diesem Jahr mit dem Gemeinderat „etwas kämpfen“ musste. Der grosse Streitpunkt war offenbar die Sicherheit, welche mit einer eingeschränkten Öffnungszeit bis 24 Uhr „verbessert“ werden sollte. Die Kantons- und Gemeindepolizei kann am Anlass aufgrund eines neuen Einsatzreglements ihren „freiwilligen Dienst“ nicht mehr verrichten. Eigenartig, denn am Birsfelder OpenAir war das ja kein Problem…

Auf jeden Fall konnte die Vereinslobby dann mit einem Sicherheitskonzept die Deadline um eine Stunde nach hinten schieben. Trotzdem werden wirtschaftlich sicher einige Beizli und Bars darunter leiden. Die finanzielle Grundlage der Vereine wird also noch einmal geschwächt. Bald kann sich das offizielle Birsfelden dann nicht mehr mit einer grossen Vereinsvielfalt brüsten. Die Chilbi als Ganzes wird so akut gefährdet und zwar im vollen Bewusstsein des Gemeinderats.

Was man damit genau erreichen will, ist schleierhaft. Die Chilbi-Organisatoren haben sich jedenfalls rechtlich abgesichert und nun eine Planungssicherheit ausgehandelt. Man muss sich das einmal vorstellen! Da vergeht doch allen die Lust, irgend etwas gesellschaftlich kulturelles für die Gemeinde zu organisieren…

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