Archive for the ‘Bloggen’ Category

Herbstbeginn!

Der Vorhang wurde heute endgültig gelüftet: Die neue Seite heisst

Birsfälder.li

und wird von Franz Büchler, Florian Dettwiler und Ueli Kaufmann herausgegeben. Nix wie hin und viel Erfolg!

So long…

„Wer etwas ändern will, geht wählen!“ Mit diesem Untertitel startete vor fast zwei Jahren unser „Birsfelden blog(g)t anderscht!“-Projekt. Die Qualität der damaligen Dienstagsrundenmitglieder war geprägt von den Auswüchsen eines Proporz-Nachrücksystems ohne jeglichen Fähigkeitsnachweis und hatte zur Folge, dass sich in der entstandenen „JeKaMi“-Gruppierung einige Alphatierchen nach Lust und Laune – und sehr oft ohne erkennbares Konzept – durchsetzen konnten. Fragwürde Entlassungen, Nichtinformation, machmal gar Desinformation und eigenartige Planungsstrategien prägten während Jahren das Birsfelder Image und viele hatten wohl das Gefühl:

„Da ist etwas faul im Staate Birsfelden!“

Seither ist das Birsfelder Stimmvolk drei Mal an die Urne gegangen, um über die kurz- und mittelfristige Regierungungszusammensetzung bzw. deren Vorsitz zu befinden. Nachdem der „Herr der Ringe“ einsehen musste, dass er das Exemplar um „sie alle zu knechten“ doch nicht besass und die linke Wählerschaft statt auf Roth eher auf Grün setzte, ging ein erster Ruck durch die Dienstagsrunde. Die Tragödie nahm schliesslich eine weitere dramatischste Wendung, als mit Beschwerden und MeschBergen von Juristenfutter über Wahlresultate bestimmt werden musste und die sich abzeichnende vernünftige Lösung unvereinbar war mit einem raschen Wechsel an der Gemeindespitze.

Schliesslich fand die ganze Geschichte aber trotzdem das bekannte positive Ende und endlich wittert man auch am Birskopf wieder Morgenluft. Es wird wohl kaum ein Steuerzahler „à la“ Vasella in den Fröschenweg ziehen und uns vom finanziellen Damoklesschwert befreien, aber man hat das Gefühl, dass die Herausforderungen wieder mit Visionen und Ideen angegangen werden, aus denen auch etwas Nachhaltiges entstehen kann.

Mit dem 369. Artikel frieren wir unsere Seite nun ein und hoffen natürlich, dass wir sie in diesem Zustand belassen können. Für Auferstehungen ist – gerade an Ostern – schliesslich eine höhere Macht zuständig. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass mit der irdischen Macht in nächster Zeit etwas sorgfältiger umgegangen wird, so dass eine Auferstehung hinfällig wird. Zudem hoffen wir, dass wir mit unseren Beiträgen nicht nur für erhöhten Blutdruck, sondern – auch wenn der Galgenhumor nicht immer einfach war – auch für das eine oder andere Schmunzeln sorgen konnten. Zumindest haben wir aber sicher alle gelernt, etwas wachsamer zu sein, zu hinterfragen und notfalls auch mal der Unzufriedenheit Ausdruck zu geben. In diesem Sinne: „Empört Euch!“ und „Engagiert euch!“, bitte auch in Zukunft…

Damit verneigen wir uns vor der treuen Mitlesenden- und Kommentatorenschaft, danken für das aufklärerische Engagement im und neben dem Blog und schliessen leise (und ein bisschen wehmütig) den Vorhang.

„Und der Rest ist Schweigen.“

(K)ein Grund zum Feiern

Unsere Gemeinde darf sich also weiterhin „Energiestadt“ nennen! Mit 227.9 von 445.4 möglichen und 225.1 nötigen Punkten sind wir mit 51% gerade wieder knapp durchgekommen, wenn auch auf dem letzten Platz. Die Verantwortlichen sind natürlich stolz auf diesen Minimalismus und laden deshalb am kommenden Mittwoch um 17:15 Uhr die Bevölkerung auf einen Apéro ins Kraftwerk. Genau dieses soll auch hauptverantwortlich sein für die Erneuerung des Labels:

An den Anstrengungen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen, ist unter anderem auch die Kraftwerk Birsfelden AG nicht unerheblich beteiligt. Sie betreibt seit 1954 das Flusswasserkraftwerk im Rhein. Per Wasserkraft werden jährlich 600 Mio. kWh Strom produziert, was rund 17 % des gesamten Stromverbrauchs in der Region Basel entspricht.

Doch das dürfte nicht der wahre Grund sein: Im Energiestadtbericht 2012, der im Wesentlichen eine Kopie der 2007er Variante ist und nur marginale Neuigkeiten enthält, erfährt man mehr über die eigentliche Errungenschaft für Birsfelden, die uns diese Anlage beschert:

Mit der Alternativ Energie Birsfelden AG (AEB) besteht in der Gemeinde eine umfassende Nahwärmeversorgung (1’350 Wohneinheiten oder ca. 25% aller Wohnbauten in Birsfelden werden von der AEB versorgt). Durch die Nutzung der Generatorabwärme des Rheinkraftwerkes und des Grundwassers leistet die AEB wesentliche Beiträge an eine nachhaltige Energieversorgung. Über 90% der gemeindeeigenen Gebäude sind an das Nahwärmenetz der AEB angeschlossen.

Weiter unten erfährt man dann, was für die 100% noch fehlt (und auch 2007 schon gefehlt hat):

Nicht angeschlossen ist eine Sporthalle, welche weit ab vom WV liegt.

Doch neu erwähnt der Bericht lobend das neue Alterszentrum:

Wettbewerb Alters- und Pflegeheim (Minderheitsbeteiligung der Gemeinde): Bau nach Minergie und Anschluss an Wärmeverbund.

Nun sieht natürlich die Aussage zur Sporthalle schon wieder etwas anders aus: Vom Altersheim zur Halle ist es nur ein Katzensprung. Keine Spur von „weit ab vom Wärmeverbund“…

Der Prüfer scheint sich lokal halt nicht so auszukennen. Wobei ihm ein gewisses Kommunikationsdefizit nicht entgangen zu sein scheint:

Dort sind wir mit 36% noch weit von den Minimalstandards entfernt. Da wird auch die „Mobilitätskarte Birsstadt“ mit dem Birsweg nach Aesch nicht viel dran ändern…

Dafür erhalten wir eine neue, energiefreundliche Strassenbeleuchtung:

Strassenbeleuchtung: Sanierung gemäss Konzept mit LED-Technologie über die kommenden 5 Jahre (2012-2016, Investitionssumme 681’000 CHF)

Ob diese dann auch auf die Dienstagsrunde einen Erhellungseffekt haben wird? Für das ebenfalls geplante neue Energieleitbild hoffen wir das doch!

 

zehnhoch

Ein Mal abonniert?

Etwas über zehn Kommentare verfasst?

100 Mal geschmunzelt? Dafür unzählige Male geärgert?

1’000 verblendete Fanatiker?

10’000.- Fr. für ein Beratungsmandat?

Wir machen das weiterhin gratis und danken für 100’000 Seitenaufrufe seit Mai 2011!

Jubiläum

Kaum zu glauben: Wir haben unseren eigenen Geburtstag verpasst! Es ist auch nicht ganz einfach, das genaue Stichdatum festzulegen, weil die Seite zu Testzwecken schon vor dem eigentlichen Start ein paar Tage online war. Schlussendlich spielt das aber auch gar keine so grosse Rolle…

Seit dem Start wurden bereits 75’000 Seitenaufrufe registriert. Am Rekordtag – dem schicksalhaften Wahltag 11. März 2012 – waren es sogar 1’074 Zugriffe innert 24 Stunden. Das zeigt doch, dass unser elektronisches Forum getreu dem Untertitel „Wer etwas ändern will, geht wählen!“ so etwas wie eine Wahlplattform geworden ist. Und es wurde auch etwas geändert, doch akzeptiert haben dies leider noch nicht alle Beteiligen und so warten wir immer noch auf den „Neustart“, der gleichzeitig auch unser meistgelesener Artikel ist.

Ebenfalls warten wir – bzw. die SP- immer noch auf eine anständige Beantwortung ihrer Anfrage zur Personalfluktuation. Diese feiert innert Wochenfrist genauso ihr einjähriges Jubiläum! Wir gratulieren der Dienstagsrunde ganz herzlich zu ihrer Hartnäckigkeit, welche die Parteien leider weiterhin vermissen lassen.

Nächste Opfer?

Nicht nur in der fünften Republik herrscht Präsidentenwechselfieber: Nach der SVP vollziehen nämlich auch die Genossen der SP einen Generationenwechsel an ihrer Spitze (Märki geht, Schreier kommt). Nun fehlt eigentlich nur noch die überfällige Neubesetzung des Gemeindepräsidiums. Doch sowohl der Kronfavorit wie auch der Titelverteidiger lassen sich bisher nicht in die Karten blicken. Einzig für die SP steht fest:

Die SP ist aber klar gegen eine stille Wahl und würde allenfalls auch einen Kandidaten einer anderen Partei unterstützen.

Ob dies die anderen Parteien als wichtiges Signal deuten werden, ist zwar offen. Aber ganz unwichtig ist die Rolle der Linken nicht, denn wie die „BaZ am Sonntag“ herausgefunden hat, ist unser Dorf die „linkste Gemeinde“ im Kanton. Und so versucht sich auch der Präsident dieses „Arbeiterstädtchens“ einen (im politischen Sinne) linken Anstrich zu verpassen:

«Ich selbst bin auch in der Gewerkschaft und zahle nach wie vor meinen Beitrag», sagt der CVP-Mann, der auch Mitglied des Landrats ist.

Fragt sich einfach, in welcher genau? Bei so vielen Berufen ist das nicht so eindeutig. Oder gibt es für Politiker auch eine Gewerkschaft? Der VPOD wird es ja nicht sein, weil das wären ja die Gegner seiner Initiative

Sein wahres Gesicht zeigt er dann aber, wenn es um die Finanzpolitik (der Gemeinde) geht:

Diese ordnet Botti klar links ein, «in dem Sinn dass man der Gemeinde mehr Aufgaben gegeben hat». Beispiele sind die Tagesheime oder der Mittagstisch, die es in Birsfelden schon lange gibt und die von der Gemeinde selbst geführt werden. «Andernorts werden für diese Aufgaben eher Vereine gegründet, anstatt die Gemeinde damit zu belasten.»

Und was man mit solchen „Belastungen“ macht, wissen wir ja: Man lagert sie aus. Die nächsten Opfer könnten also möglicherweise Tagesheim und Mittagstisch heissen. Dass die finanzielle Belastung dadurch aber ungefähr gleich bleibt, wissen wir vom „Robi“ und werden uns kantonal auch die Spitäler bald beweisen. Ganz anders wäre es natürlich, wenn der Mittagstisch-Verein einen ehrenamtlichen Lager-Koch finden würde 😉

Spaziergänge

Die Tage werden wieder länger (aber im Moment leider nicht schöner) und der Frühling lockt die Menschen aus ihren vier Wänden. Auf den Spaziergängen entdecken aufmerksame Beobachter/innen so einiges, gibt es doch immer wieder Neues und Sonderbares zu sehen. Auf einem virtuellen Spaziergang sind uns zwei Blogs aufgefallen, die ihre unlängst gemachten Beobachtungen im und ums Dorf reich bebildert kommentieren.

Wir beginnen unseren Blog-Rundgang bei der immensen Sammlung Birsfelder Verbotsschilder auf der druckfrischen Seite von Jungsozialist Florian Schreier. Seine Feststellung, dass sich die Urbanität Birsfeldens primär im „Stadtbüro“ manifestiert, wird mit Schnappschüssen schön illustriert. Uns gefällt das neuste Schild auf der Migros-Wiese auf jeden Fall ausgezeichnet:

(c) florianschreier.ch

Sind nur Fallrückzieher, Ohren zuhalten und Verpackungen vom Verbot betroffen oder ist die öffentliche Wiese tatsächlich neu am Wochenende geschlossen? Da hat die Regulierungswut den lokalen Sicherheitsminister ziemlich stark erwischt, denn sonst predigte er doch immer die Eigenverantwortung. Aber wir wissen ja noch vom Leitbild, dass die Freizeitgestaltung der Jugendlichen ein Sicherheitsrisiko zu sein scheint…

Nach dem Artikel zur Nicht-Pflege des Biotops empfehlen wir schliesslich den Blog „Pro Basel“, der sich passenderweise kürzlich ebenfalls mit Landschaftspflege beschäftigt hat. Dabei musste der Autor feststellen, dass es auf der Birsfelder Seite des Birsufers „brachialer“ zugeht, als auf der städtischen:

Müssig erklärte mir ein älterer Mann, der mich beim Fotografieren ertappte, es sei doch eine Schweinerei was “die da” hinterlassen. Nachher werde dann wieder für viel Geld aufgekiest und planiert. So verschleudert man das Steuergeld. Alleine was der Bagger koste, würde reichen um 5 Gärtner eine Woche arbeiten zu lassen.  Ich fragte woher er dies so genau wisse und er entgegnete mir, dass er selber 35 Jahre als Landschaftsgärtner und Förster tätig war.

Na, da sind wir ja beruhigt, dass die Gemeinde das Biotop noch nicht „gepflegt“ hat…

Birsfelden kommt (nicht) zur Ruhe?

Im Moment ist es verdächtig ruhig. Und zwar nicht nur auf dem Blog. Hinter den Partei-Kulissen wird anscheinend noch überlegt und vortaktiert; mehr weiss man zum Präsidialwahlgang aber leider noch nicht. Auch sonst haben sich die gröberen Wellen, verursacht durch den Schaumschläger C.Z., etwas gelegt. Seine eh schon angeschlagene Glaubwürdigkeit hat mit der Beschwerde ihren Tiefpunkt wohl erreicht und manch einer wünscht sich den Zügelwagen nach Giebenach schon jetzt herbei. Der Hundehoteldirektor findet in der heutigen „bz“ auch gleich vier Gründe, weshalb der Einspruch in Liestal unverständlich und unnötig ist. Das Argument

Und viertens schadet es der ganzen Gemeinde, wenn immer wieder gestritten wird.

können wir in diesem Fall ganz sicher unterstützen. Aber manchmal braucht es auch einen öffentlichen Diskurs zu bestimmten Themen. Davon lebt schliesslich die Demokratie.

Die bald 60’000 Seitenzugriffe und unzähligen Kommentare zu den schon über 200 Artikeln auf dem Blog zeugen auch von diesem Bedürfnis und sind ein klares Zeichen dafür, dass einige mit den letzten paar Jahren nicht zufrieden waren.

„Wer etwas ändern will, geht wählen!“ Das ist seit dem Start vor gut zehn Monaten unser Motto und wurde am legendären Wahlwochenende vom 11. März auch teilweise umgesetzt. Doch bis es in der Realität dann tatsächlich so weit sein wird und ob die gewünschte Veränderung überhaupt stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Falls es aber klappen sollte, brauchen wir einen neuen Untertitel. Vorschläge?

Bilanz

In Bälde gehört das Jahr 2011 bereits der Vergangenheit an. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kurze Rückschau auf rund 7 Monate Blog-Geschichte. Inmitten der „Hexenjagd“ sind wir damals online gegangen und inzwischen wurden über 150 Artikel geschrieben und veröffentlicht. Dazu kommen über 400 Kommentare und (darauf sind wir besonders stolz) über 30’000 Seitenzugriffe! Täglich werden durchschnittlich rund 200 Seiten aufgerufen. Der meistgelesene Eintrag ist derjenige über die Robi-Trägerschaft, dicht gefolgt von den SVP-Kandidaten für die kommenden Wahlen.

Erstaunlich ist, dass bisher wenig „Gegenwind“ aufgetaucht ist. Herr Rothe von der SP hat kürzlich sogar einen Artikel zur Legitimation verfasst. Wir fühlen uns natürlich bestätigt und hoffen, auch im neuen Jahr auf reges Interesse zu stossen. In diesem Sinne: Einen guten Rutsch und rasanten Start ins neue Jahr!

Bauernopfer

In den Kommentaren zum Artikel über den Schwimmhallenunterhalt ist letzte Woche berechtigt etwas Kritik am Blog aufgekommen. Wir nehmen unsere Leserschaft ernst und sind bestrebt, dem Anspruch an Qualität und Sachlichkeit nachzukommen.

Dass mittlerweile vielen Artikeln der satirische Grundton etwas abhanden gekommen ist, hat mit der Ernsthaftigkeit der Lage zu tun. Die Idee des „wachsamen Auges“ führt zugegebenermassen teilweise zu einer fast überkritischen Beurteilung von Vorkommnissen und Sachlagen. Doch handkehrum zeugen die jüngsten Ereignisse zum ER, der Buvette oder auch Leserzuschriften von Verwaltungsmitarbeitenden davon, dass die Situation mit dem jetzigen Gemeinderat unhaltbar ist. So hat(te) scheinbar auch die Verwaltung ein eigenes „wachsames Auge“, welches Schattendossiers von einzelnen Angestellten führte. Das Misstrauen zwischen GR, Mitarbeitenden und Bevölkerung wird mit solchen Massnahmen wohl kaum abgebaut…

Zur offenen Kritik am Abteilungsleiter „Bau und Gemeindeentwicklung“ können wir vielleicht noch folgendes festhalten: Im strategischen Gesamtkonzept des Strippenziehers spielt der loyale (und deshalb auch ehrliche) Bauverwalter eine wichtige Rolle. Er kämpft als menschliches Schutzschild an vordersten Front (wahrscheinlich unbewusst) für seinen König und kann deshalb sinngemäss als Bauernopfer bezeichnet werden. Dazu zwei Beispiele:

  1. Der Zustand der Gemeindebauten wurde kürzlich teilweise als sehr schlecht beurteilt. In der Medienberichterstattung findet man dazu viele Aussagen direkt vom Bauverwalter, der dem Volk die Hiobsbotschaft überbringen muss.
  2. An den Gemeindeversammlungen darf bzw. muss sehr oft der Bauverwalter selbst Geschäfte vorstellen (Bsp. Baurechtsvertrag Fröschenweg) oder Fragen beantworten (Schwimmhallendecke). Sonst ist es (mit Ausnahme des Finanzchefs) sehr selten der Fall, dass Abteilungsleiter an den Versammlungen anwesend sind und Auskunft erteilen. Normalerweise machen das die zuständigen Gemeinderäte.

Und tatsächlich ist die Informationspolitik so organisiert ist, dass (zumindest im ersten Beispiel) eigentlich nur die Gemeinderäte Auskunft geben dürfen, es sei denn, sie bemächtigen ihre Abteilungsleiter:

Mit diesem Wissen ist es spannend zu beobachten, wie sich der für „Bau und Gemeindeentwicklung“ verantwortliche Gemeinderat, Herr Botti höchstpersönlich, geschickt und unauffällig im Hintergrund aufhält und seinen Abteilungsleiter immer wieder ins offene Messer rennen lässt. So passieren ihm sicher keine Fehler werden Fehler nicht auf ihn, sondern auf sein Bauernopfer abgeschoben. Mit dem Vorgänger konnte er dieses fiese Spiel wohl nicht treiben und deshalb hat man ihn auch freigestellt.

Die bisher veröffentlichte Kritik an Herrn Seghers darf man also ohne Weiteres auch als Kritik an seinem Chef, dem Herrn Botti, verstehen, auf dessen Taktik wir bis jetzt hereingefallen sind.

Was lauft?

Heute haben wir die Marke von 10’000 Klicks auf dem Blog überschritten und somit ungefähr die Einwohnerzahl der „attraktiven Gemeinde“ erreicht. Das heisst natürlich nicht, dass jede/r Birsfelder/in unsere Seiten mal besucht hat, aber wir dürfen uns dennoch über eine tolle Stammleserschaft freuen. Vielen Dank fürs Mitlesen und Diskutieren!

Doch konnten wir mit dem Blog schon etwas erreichen? Hat sich der lokalpolitische Mikrokosmos schon in irgend einer Form verändert? Ist die dringend nötige Tendenz zu mehr Kommunikation und Transparenz in den politischen Gremien erkennbar?

Viel ist in der Tat noch nicht passiert. Das fällt nicht nur auf, wenn wir einen Blick auf unsere „Parteienzähler“ werfen, sondern ganz allgemein. OK, es war Sommerpause und die Parteien sind mit ihrem nationalen Wahlkampf gefordert. Aber eingentlich hat sich nicht viel getan. Erstaunt hat uns vor allem, dass sich gerade die meisten Parteien nicht trauen, auf spannende Diskussionen einzugehen und ihre Meinung öffentlich Kund zu tun. So wäre zum Beispiel das Thema Einwohnerrat doch ein hervorragendes Debattier-Thema hier auf dem Blog wie auch in anderen Medien…

Wir hoffen, dass sich die Situation bis zu den Wahlen anfangs 2012 noch ein bisschen verändern wird. Nun möchten wir noch Raum lassen und die Leserschaft um ihre Meinung bitten. Wie ge-/missfällt der Blog als Ganzes? Welche Artikel waren toll, welche gar nicht? Was wären wichtige Themen, die einmal beleuchtet werden sollten? Wir freuen uns auf möglichst viele Kommentare!

Hochkonjunktur

OK, zugegebenermassen befinden wir uns bereits im Sommerloch und das Finden von aktuellen und spannenden Themen wird schwieriger. Mal abgesehen vom Sommerloch scheint es für Kolumnisten und Klatsch-Spaltenautoren aber eine fruchtbarere Zeit zu sein als auch schon. So schreibt neben dem „Schnoog“ auch das „Birsmüsli“ wieder etwas Dorfplatzgeschwätz ins Birsfelder Wochenblatt. Wo es sich in der Zwischenzeit versteckt gehalten hat, ist bisher nicht bekannt. Nach einer etwas weit hergeholten ersten Nummer vor zwei Wochen kann das Comeback in der letzten Ausgabe als gelungen bezeichnet werden.

Zwar hat das „Müsli“ sich bei den Namensschildern wahrscheinlich von unserem Blog inspirieren lassen. Aber durch die Gegenerwähnung unserer Klick-Statistik ist das Ganze wieder ausgeglichen. Übrigens sind es seit kurzem über 6’000 Seitenzugriffe (danke an die SPler für die Verlinkung). Es ist davon auszugehen, dass ein treuer Leserkern tatsächlich mehr zu dieser Zahl beigetragen hat, als die sporadischen Besucher. Trotzdem: es existieren beide Lesergruppen und auch gewisse Journalisten schauen hie und da vorbei. So dürfte für fleissige Blog-Lesende der Birsfelder Anzeiger manchmal sogar schon kalten Kaffee servieren (in der letzten Ausgabe z.B. Finanzausgleich, vier verbleibende GVS, Kreiseleröffnung, Personalreglement). Trotzdem ist diese Meinungsvielfalt doch interessant und anregend, denn man stellt eine gewisse Hochkonjunktur im Bereich der Lokalberichterstattung und den dazugehörigen Kommentaren fest.

Ob „Lisi Horcher“ auch wieder auferstehen wird?

Ferien in denen Sie alles vergessen!

Endlich ist es soweit: Der „Bündelitag“ ist gekommen und viele verreisen in die Ferien, ins Lager oder geniessen den Sommer zu Hause. Auf jeden Fall herrscht in den sechs Sommerferienwochen überall reduzierter Betrieb, insbesondere auch bei den Medien. So wird es auch auf unserem Blog eventuell etwas ruhiger während dieser Zeit. Bereits gemerkt hat man das ja an der Anzahl der Kommentare. Wenn Ihnen in den kommenden Wochen einmal langweilig ist, toben Sie sich doch einfach in den Kommentarspalten des Blogs aus!

Wir werden uns aber trotzdem Mühe geben, ab und an Neues zu bringen und auch bei den anderen heissen Themen am Ball zu bleiben. Bisher hüllt dich der Gemeinderat ja immer noch in Schweigen und versucht die Krise mit einer „abwarten und Tee trinken“-Taktik zu überstehen. Das könnte sich allenfalls auch auszahlen, denn wenn jetzt während mehr als 40 Tagen nichts läuft und die BirsfelderInnen ihre Ferien geniessen, gerät vieles in Vergessenheit. So wünscht sich wahrscheinlich manch eine/r, dass die Ferien bei dem Anbieter gebucht wurden, der verspricht „Ferien, in denen Sie alles vergessen“. Wir hoffen das auf jeden Fall nicht!

Wort des Jahres

Zum langen Wochenende mal ein etwas längerer Artikel. Sicher haben Sie unser Interview im aktuellen „Birsfälderli“ gelesen. In den einleitenden Worten vergleicht der Redaktor uns Blogger mit den „Wutbürgern“ aus dem grossen Kanton, im speziellen mit den Aufständischen in Stuttgart. Doch hält dieser Vergleich oder ist er nur dank dem Namen eines fleissigen Blog-Kommentators darauf gekommen?

Das Wort „Wutbürger“ (entstanden in diesem „Spiegel“-Artikel) wurde 2010 in Deutschland zum Wort des Jahres gewählt und war gleichzeitig in der engeren Auswahl zum Unwort des Jahres. Diese Doppelehre hat auch damit zu tun, dass eine eigentliche Debatte darüber entstanden ist, wer diese Wutbürger eigentlich sind und ob deren Anliegen berechtigt sind oder nicht.
Im oben erwähnten ersten Spiegelbeitrag äussert sich der Autor äusserst kritisch zu den wütigen Bürgern:

Der Wutbürger wehrt sich gegen den Wandel, und er mag nicht Weltbürger sein. Beide Proteste (Stuttgart und gegen Kritiker Sarrazins, Anm.)  sind Ausdruck einer skeptischen Mitte, die bewahren will, was sie hat und kennt,  zu Lasten einer guten Zukunft des Landes.

Wer alt ist, hat auch mehr Angst, Angst vor Neuem, Fremdem. Das Bestehende soll bleiben, weil es vertraut ist, weil es ohne Lernen bewältigt werden kann. Und der Angstbürger wird leicht ein Wutbürger, der sich gegen alle wendet, die anders leben, anders aussehen, anders glauben.

Bis jetzt klingt die Beschreibung eher ein wenig nach SVP-Wähler, wenn wir das Ganze auf die Schweiz ummünzen würden. Doch hierzulande ist die SVP politisch mehr oder weniger integriert, steht aber genau für diese Werte (Bewahren, Skepsis gegenüber Öffnung, Angst vor Fremdem und Neuem scheuern). In Deutschland gibt es keine ernstzunehmende „Rechtspartei“, die diese Anliegen im Parlament oder einer Regierung vertritt und auch Volksabstimmungen sind äusserst selten.  Deshalb werden die Wutbürger selber aktiv:

Er vergisst zudem, dass er die Demokratie trägt. […] Der Wutbürger hat das Gefühl, Mehrheit zu sein und die Lage besser beurteilen zu können als die Politik. Er macht sich zur letzten Instanz und hebelt dabei das ganze System aus.

Die Politik muss sich nun stärker um ihn kümmern, seine Wut dämpfen, seine Verantwortlichkeit hervorlocken. Es stimmt, dass da vieles versäumt wurde.

Dies ist einmal die eine Seite der Betrachtung und der Ursprung der Wortkreation Wutbürger. Tatsächlich existiert aber beispielsweise in Bremen seit Jahren eine rechtskonservative Partei mit dem Namen „Bürger in Wut“. Doch der Widerstand gegen das Milliardenprojekt „Stuttgart 21“ ist mehr als ein Versuch, den vertrauten Bahnhof zu retten, nur weil man vor dem neuen Angst hat.

Im darauffolgenden „Spiegel“ ist dann unter dem Titel „Die Mutbürger“ auch eine andere Sichtweise auf die Thematik erschienen. Dieser stellt weniger waghalsige Thesen auf, sondern widerlegt Teile der Behauptungen und zeigt auf, dass die Wutbürger nicht bloss ältere Menschen sind, die an ihrem Bahnhof hängen. Auch lenkt die Autorin den Fokus auf die Ursachen und diese liegen vor allem in der Politik. Dort stellt sie  fest,

… dass die Menschen das Kleingedruckte verlangen über Ursachen, Risiken und Nebenwirkungen von Beschlüssen, weil sie den politischen Sprachformeln nicht mehr trauen.

Und die Quintessenz ist wohl:

Es ist ein Segen, dass es sie [die Wutbürger] gibt. Für die Demokratie.

In der Schweiz haben wir ein grundlegend anderes System der politischen Beschlussfassung. Tatsächlich stellen wir aber auch hier fest, dass die Politik zunehmend an Glaubwürdigkeit einbüsst. Als negativstes Beispiel sei hier die Unternehmenssteuerreform II erwähnt, wo im Abstimmungskampf anscheinend bewusst nicht vor den Milliardenverlusten gewarnt worden ist. Selbst das Parlament wurde in einem gewissen Masse getäuscht.

Nun wollen wir noch den Vergleich mit Birsfelden ziehen und uns kritisch den Spiegel vorhalten, den Herr Wieland uns zugespielt hat. Sind wir bloss alte BirsfelderInnen, die sich gegen Neuerungen sperren, weil wir Angst davor haben? Da kann ich als Autor zumindest ganz klar mit „Nein“ antworten.

Neue Ideen braucht es und sie sind wichtig, um vorwärts zu kommen. Dabei muss man richtig vorgehen, die Ideen grundlegend überprüfen und hinterfragen und die daraus resultierenden Geschäfte sauber vorbereiten. Genau das fehlt aber in unserer Regierung. Da müssen wir über lauter Schnellschüsse bestimmen, unausgereifte Reglemente zurückweisen oder gar unfertigen Geschäften notgedrungen zustimmen. So wurde bei Vorlagen, welche die Gemeindeversammlung nach langen Diskussionen angenommen hat, auch mit Zeitdruck argumentiert. So etwas darf doch nicht sein. Vernehmlassungen werden ausgelassen, kritische Fragen nicht oder unprofessionell beantwortet, demokratische Rechte mit Füssen getreten. Diesen Eindruck hat man zumindest nach jeder Gemeindeversammlung. Oder geht es Ihnen etwa anders?

Stichprobengrösse

Nach dem verhaltenen Lob gestern warten wir auch heute mit einer erfreulichen Nachricht auf: Der Blog entwickelt sich bestens und konnte gestern schon den tausendsten Klick seit Lancierung vor weniger als zwei Wochen verzeichnen. Heute kurz vor der Veröffentlichung des 18. Beitrags waren es sogar bereits mehr als 1100! Auch in den Kommentarzeilen tummeln sich immer mehr mutige und teilweise auch wütige Bürger. Damit wird der Blog noch interessanter! Vielen Dank fürs Mitdiskutieren.

Etwas stiefmütterlich wurde bisher aber die Trend-Abstimmung zum künftigen Gemeinderatswahlprozedere behandelt: Lediglich 13 Stimmen wurden bis jetzt abgegeben. Zwar verspricht das provisorische Ergebnis bis jetzt einen eher knappen Abstimmungsausgang, doch ist die Grösse der Stichprobe leider alles andere als aussagekräftig. Deshalb hier ein Aufruf an alle, die ihre Stimme noch nicht abgegeben haben, dies doch bitte noch nachzuholen. Bei uns ist das – im Gegensatz zu anderen Abstimmungen – auch noch gratis und kann bequem vom Schreibtisch aus erledigt werden!

Gerade auch weil die Umfrage nicht repräsentativ ist, wäre eine grosse Menge an Teilnehmenden wünschenswert. Damit wird nämlich die Stichprobengrösse auch vernünftig und wir können trotzdem eine Prognose wagen. Die Besucherzahlen lassen eigentlich etwas mehr als 13 Lesende erahnen…

Wobei man bei der Besucherstatistik noch folgende Korrektur vornehmen muss: Die verirrten Besucher, welche dank Google oder sonst einer Suchmaschine auf dem Blog landen. Ganze drei waren es gestern, die wegen dem Wort Treppendiagramm hierher bzw. zu diesem Artikel gefunden haben. Ein grosses Sorry an alle verzweifelten „TreppendiagrammgooglerInnen“: Auf diesem Blog gibts leider kein solches. Und was Wikipedia nicht kennt, gibt es vermutlich auch nicht 😉

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