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Organigramm II

Noch vor der „Blaggedde“ haben es wieder einmal unsere zwei Preesi-Kontrahenten in die Lokalpresse geschafft. Die Meinung scheint auch bei den Zeitungen gemacht zu sein. Doch aller Hoffnung zum Trotz: Zu früh sollte man sich dann doch nicht freuen. Die Richtung der Analyse stimmt aber auf alle Fälle. Die Positionen, die in der „BaZ“ dargelegt werden, sind ja schliesslich auch klar:

„Heute versucht man, mich für alle möglichen Missstände persönlich verantwortlich zu machen“, sagt Botti. „Ausschliesslich negative Stimmungsmache“, hat auch der CVP-Präsident Simon Oberbeck ausgemacht.

Ist ja klar, dass das Anhängsel der Parteichef die Lage gleich zu beurteilen hat, sonst müsste man ja auch noch Selbstkritik üben… Der Herausforderer bleibt dafür distanziert aber bestimmt:

„Meine Kandidatur richtet sich nicht gegen eine Person – ich will mit meiner Kandidatur erreichen, dass Gemeinderat und Gemeindeverwaltung klare Strukturen erhalten.“

Genau diese sind aber angeblich die grosse Errungenschaft des „langjährig Erfahrenen“:

Botti wehrt sich: „Ich bringe meine langjährige Erfahrung und mein Wissen ein –  und ich kann mehr Zeit investieren als mein Gegenkandidat“, sagt Botti, der mit einem 25-Prozent-Pensum an einer Berufsfachschule unterrichtet und seit 2010 Landrat ist.

Logisch, weil sich Landratsmandat und Lehrerpensum zeitlich überschneiden, bleibt daneben natürlich noch viel Zeit… Doch zurück zu den „klaren Strukturen“. Auf dem Gemeindeweb (ganz unten!) findet man seit Anfang Jahr ein Organigramm der Verwaltung. Damit will man gegen aussen wohl zeigen, dass alles sauber strukturiert ist. Nach den diversen Reorganisationen und Umstrukturierungen ist es durchaus erstaunlich, dass der Herausforderer trotzdem Strukturen fordert.

Wie unklar alles ist, wird einem vielleicht klar, wenn man bedenkt, dass auf dem Organigramm nach wie vor keine „Geschäftsleitung“ erscheint, obwohl sowas zumindest mal existiert hat. Klar ist optisch dafür, wer (momentan noch) im Zentrum der Macht sitzt. Nur Herr Wiedemann konnte sich mit seiner Informatik da etwas einschleichen ;-). Auch wunderbar bildlich dargestellt: Herr Oberbeck als „Anhängsel“ am rechten Rand…

Wunschliste

Das Jahr 2012 dauert nur noch wenige Tage und ist wieder wie im Flug vergangen. Schnell – ja für einige sogar viel zu schnell – läuft die Uhr. So schnell sogar, dass man feststellen muss, dass das politische Jahr in Birsfelden leider keine grossartigen Resultate hervorgebracht hat. Wir wissen jetzt zwar, dass man nicht gleichzeitig Schulleiter und Gemeinderat in der selben Gemeinde sein kann, doch sonst hat sich trotz den Wahlen und zwei neuen Dienstagsrundenmitgliedern noch nicht viel getan. Das Sternenfeld bröckelt noch immer, die Gemeindeversammlungen sind schlecht vorbereitet und die Defizite in Finanzen und Information bleiben uns erhalten.

Was aber auch bleibt, ist die Hoffnung, dass sich im 2013 etwas mehr tun wird. Zum Beispiel an der Spitze der Dienstagsrunde. Der Vize probiert zwar mit allen Mitteln, sein Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren. Doch erinnert der Versuch mit den Weihnachtswünschen in der staatlichen Dorfzeitung eher an Berlusconi, als dass man die Worte ernst nehmen könnte:

Wir haben in Birsfelden sehr viele Menschen, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen. Einige von ihnen leisten diesen Einsatz schon seit Jahren, unbeobachtet und still. Ihr Wirken bemerkt man erst im Nachhinein, wenn sie ausfallen oder nicht mehr da sind.

Es ist zwar schön, dass diese Erkenntnis endlich bis zur Spitze der Pyramide durchgedrungen ist, doch dafür hat es leider viel zu lange gebraucht. Und wenn man etwas propagandaartig immer und immer wieder erwähnen muss, dann wird man den Verdacht nicht los, dass etwas nicht stimmt:

Damit eine politische Gemeinde funktioniert, braucht es auch eine Verwaltung, mit zufriedenen und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihre Arbeit gerne zum Wohle der Bevölkerung verrichten. Dazu kann ich nur sagen: Das haben wir!

Zumindest hatten wir das mal… Aber nun gilt es, in die Zukunft zu blicken und unsere Wünsche zu definieren. Dazu würde für uns beispielsweise gehören, dass die Dienstagsrunde gemeinsam solche Dankesworte formuliert und künftig so als Team auftritt und zusammen arbeitet, dass endlich wieder etwas erreicht werden kann. Schön wäre auch ein aktiver Informationsfluss, der Fragen nach Grundsätzlichem praktisch überflüssig machen würde und die lokale Demokratie so stärkt, dass das verloren gegangene Vertrauen wieder herstellt. Dazu gehören einerseits, dass die Kommissionen und Behördenso miteinbezogen werden, dass daraus ein echter Mehrwert entsteht und andererseits sind Minderheitsmeinungen ebenfalls zu respektieren und zu schützen. Nur so kann unser System zum Vorteil genutzt werden. Das Auftrennen in Verbündete und „Ewiggestrige“ hat bisher viel Schaden angerichtet.

Weiter freuen wir uns im 2013 auf gut vorbereitete Gemeindeversammlungen mit detailliert ausgearbeiteten, transparenten Vorlagen, die der Grundstein zur Meinungsbildung sind und an den Montagabenden sachlich und juristisch sauber behandelt und verabschiedet werden können. Vielleicht ist ja auch endlich eine richtige Immobilienstrategie so weit fortgeschritten, dass man darüber befinden kann… Wir werden sehen.

Natürlich interessieren uns auch die Meinung und Wünsche unserer Leserschaft: Die Kommentarspalte ist wie immer offen für alle.

Damit wünschen wir allen besinnliche Festtage und bedanken uns für’s ungebrochene Interesse!

Resultate? Leitbild Teil 4

In unserem vierten Teil zum Leitbild wollen wir einen Blick auf das „ökologisch nachhaltige Birsfelden“ werfen und den Fortschritt in diesem Bereich kontrollieren bzw. kommentieren. Umweltministerin Roth-Somlo hatte an der „Elefantenrunde“ ihre Arbeit als „Politik der kleinen Schritte“ beschrieben. Was sie genau darunter versteht, wird einem vielleicht klar, wenn wir konkret das Ziel

Birsfelden bleibt Energiestadt

aus dem Leitbild anschauen.

Unsere Gemeinde ist bereits seit 1999 im erlauchten Kreise der Energiestädte. Bei der Überprüfung im Jahre 2007 ist man aber mit einem blauen Auge davongekommen: Von möglichen 100 und nötigen 50% im Ratingsystem hat man mit 51% das „absolute Mehr“ nur knapp erreicht und rangiert im Vergleich mit allen anderen ausgezeichneten Ortschaften auf dem guten drittletzten Rang.

Als besonderes Highlight erwähnte der damalige Bericht die „Alternativ Energie Birsfelden AG“, an welcher die Gemeinde substantiell beteiligt ist:

Durch die Nutzung der Generatorabwärme des nahe gelegenen Rheinkraftwerkes und den Einsatz eines BHKW’s (eine der ersten Brennstoffzellen-Anlagen in der Schweiz) leistet die AEB wesentliche Beiträge an eine nachhaltige Energieversorgung.

Doch leider existiert diese Pionier-Brennstoffzellenanlage mittlerweile nicht mehr und die Generatorabwärme muss im Kirchmattschulhaus mit viel zusätzlichem Öl auf die benötigte Temperatur aufgeheizt werden.

Dafür hat die Brennstoffzelle einem anderen Projekt Platz gemacht: An der gleichen Stelle steht heute eine der „Bioklappen“. Diese Light-Variante der Grünabfallentsorgung wurde damals wohl eingeführt, damit man in diesem Bereich zumindest etwas aufweisen kann. Der Energiestadt-Bericht hatte die Grünabfälle nämlich zu einem Schwerpunkt erklärt.

Inzwischen wird ja bekanntlich eine richtige Grünabfuhr getestet, welche auf Antrag einer SP-Genossin eingeführt werden musste. Doch auch die SVP hat den Anspruch angemeldet, Urheberin der Idee zu sein. Ganz unrecht haben sie nicht, denn 2007 war noch ihr Gemeinderat Herr Buser für das Thema zuständig. Den hat man aber vor der Umsetzung noch elegant abgeschossen. Die Personalpolitik der Nationalkonservativen war also schon damals sehr fragwürdig.

Nun aber zurück zur Energiestadt: Ob die Gemeinde das knapp wieder erteilte Label nochmals erhält, bleibt spannend. Die chlorweissen IAFP-Farbdrucke zeigen eigentlich recht gut auf, wie der aktuelle Gemeinderat über seine selber aufgestellten Richtlinien zum Thema denkt (alle Drucksachen werden generell soweit möglich auf Recycling-Papier gedruckt). Die „Politik der kleinen Schritte“ macht manchmal offenbar eben auch Rückschritte…

Resultate? Leitbild Teil 3

Es ist wieder einmal an der Zeit, das Leitbild etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Letzte Woche – anlässlich der „Elefantenrunde“ – wurde das Papier ja auch zerrissen heiss diskutiert und zitiert, wobei vor allem der 6. strategische Schwerpunkt viel zu reden gab: die Kommunikation. Aktuell ist das Thema denn auch mit dem „offenen Brief“ zur Buvette und deshalb lohnt es sich ganz sicher, das Ganze vor den Wahlen nochmals anzuschauen.

Wenn die Dienstagsrunde seit 2008 tatsächlich etwas erreicht haben sollte, dann ganz bestimmt nicht folgendes:

Die Bevölkerung, das Gewerbe und die Wirtschaft sind über das politische Geschehen informiert und beteiligen sich aktiv an der Meinungsbildung

Wobei: Alleine die Existenz des Blogs beweist eigentlich, dass sich ein Teil des Souveräns sehr „aktiv an der Meinungsbildung“ beteiligt. Aber das war in dieser Form wohl nie die Absicht ;-). Wir erinnern uns zwar gerne an den nicht mehr existierenden Gemeindeblog, der zur Rheinhafen-Abstimmung 2007 lanciert wurde. Obwohl die Medien unseren Präsidenten damals sogar mit Bundesrats-Blogger Moritz Leuenberger verglichen haben und er laut diesem Interview noch ganz viele tolle Ideen für die Weiterentwicklung der Plattform hatte, existiert das Ding seit Mitte 2011 nicht mehr.

Seit 2007 hat sich auch viel geändert in der Gemeinde. Aus dem dynamisch wirkenden Gemeinderatsteam von damals ist ein tyrannisch wirkendes (nun im aktiven Sinne) Geheimratsgremium geworden, welches beim kleinsten Gegenwind die Segel auf Stur stellt und mit seiner „Politik der beleidigten Leberwurst“ reagiert. Den anfänglich innovativen „Arbeitsgruppen“ die zu verschiedensten Themen ins Leben gerufen wurden, ist eine regelrechte Minimaldemokratie gefolgt, die von Misstrauen, Missgunst und Misstönen geprägt ist. Konflikte werden nicht oder – falls nötig –  juristisch gelöst und von einer aktiven Meinungsbildung kann keine Rede sein. Auch wenn jemand gern damit prahlt: Aber von einem ehemaligen Friendensrichter hätten wir mehr erwartet. Weshalb aber die vereinigte Dienstagsrunde kommunikativ nichts besseres zustande bringt, ist ein grosses Rätsel.

Es ist sehr zu hoffen, dass die SP bald eines ihrer Wahlversprechen umsetzen kann:

Die Gemeinde öffnen
Gute Gemeindepolitik zeichnet sich durch Bürgernähe und Transparenz aus. Wir wollen von den Behörden klar und rechtzeitig informiert werden, zum Beispiel mit einer Offenlegung des Gemeinderatsprotokolls.

Wahrscheinlich lassen sich damit Fehlplanungen in der Gemeinde nicht komplett verhindern. Aber ganz sicher hätte man bei vielem rechtzeitig korrigierend eingreifen können. Die Buvette ist dabei nur eines von vielen Beispielen. Wir sind gespannt, ob Ihnen dazu eventuell auch noch die eine oder andere Geschichte einfällt. Oder fühlen Sie sich ernst genommen?

Resultate? Leitbild Teil 2

Heute analysieren wir Punkt 2 des strategischen Masterplans der Dienstagsrunde. Dabei geht es um das „lebenswerte Birsfelden“, welches in den vergangenen vier Jahren ziemlich gelitten hat:

2. „Lebenswertes Birsfelden“

Ziele:

  • Allen Einwohnerinnen und Einwohnern stehen altersgerechte Freizeit-, Sport- und Kulturangebote zur aktiven Nutzung und Mitgestaltung zur Verfügung
  • Kinder können Tagesstrukturen nutzen, damit die Erziehungsberechtigten Beruf und Familie besser in Einklang bringen können
  • Ältere Menschen können von entsprechenden Tagesstrukturen profitieren, um ihre Lebenssituation zu erhalten und zu verbessern
  • Vereine sind aktiv und tragen so zum gesellschaftlichen Leben bei
  • Kulturschaffende tragen zur kulturellen Vielfalt in Birsfelden und der Region bei

Birsfelden…

  • bietet für seine Wohnbevölkerung altersgerechte Angebote in den Bereichen Freizeit, Sport und Kultur an
  • optimiert seine Jugendarbeit
  • unterstützt erziehungsberechtigte Frauen und Männer sowie ältere Menschen mit bedarfsgerechten Tagesstrukturen
  • stellt Vereinen und Kulturschaffenden Infrastruktur zur Verfügung

Dieses wohlklingende Gemisch ist zuallererst einmal in verschiedene Bereiche zu unterteilen. Beginnen wir bei den Tagesstrukturen für Kinder und ältere Menschen. Hier hat die Gemeinde nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern gewisse fest vorgegebene Aufträge.

Während man von der Tagesstätte der Spitex relativ wenig gehört hat, gab es im speziellen im Lava, im Tagesheim und auf dem Robi grössere Baustellen. Selbstverständlich denken wir dabei nicht an allfällige neue „Hütten“ oder Toiletten auf dem Robi, sondern viel mehr an die Auslagerungspolitik und die damit einhergehenden personellen Kapriolen in den betreffenden Institutionen. Dies als gelungene „Optimierung der Jugendarbeit“ zu bezeichnen, wäre schlicht ein Hohn. Während man beim Tagi nach der Kündigung der Leiterin offenbar noch immer nach einer externen Lösung sucht, hat dieser Wechsel beim Robinson-Spielplatz schon stattgefunden. Besonders beschämend war in diesem Zusammenhang die Unterstellung, die vorhergehende Leitung sei unprofessionell gewesen. Das kann eigentlich nur von der Art und Weise, wie der zuständige Gemeinderat diese Angelegenheit angegangen ist, behauptet werden. Dem lächerlichen Spareffekt von jährlich ca. Fr. 8’000 (also weit weniger als 5%) opfert man eine eigenständige Platzkultur, die sich über Jahrzehnte durch die umsichtige Leitung von sehr engagierten und nicht minder professionellen Persönlichkeiten entwickelt hat. Dass Herr Oberbeck den gleichen Eiertanz beim Tagi nochmals vorführt und auch das Lava mit grandiosen Sparvorschlägen stilllegen wollte, passt ausgezeichnet ins Bild. Es bleibt aber die Frage, warum man diese seit Jahren erfolgreichen Angebote überhaupt so radikal umbauen soll und weshalb man dazu jetzt auch noch einen Abteilungsleiter einstellt, nachdem man bei allen anderen unter dem Spar-Dekmantel so toll aufgeräumt hat. Alles in allem ein absolutes Debakel. PFUI!

Daneben sollte ein buntes Angebot an Vereinen existieren, die gewisse Aufgaben selbständig übernehmen und so eben „aktiv zum gesellschaftlichen Leben“ beitragen. Diese Vereinslandschaft existiert zwar (noch), wurde aber von dieser Dienstagsrunde alles andere als behutsam gehegt und gepflegt. So verwundert es auch nicht, dass für die Organisation des Banntags die Leute nicht mehr Schlange stehen. Dass die Vereine für jede gemeindeeigene Festbank noch zusätzlich etwas zahlen dürfen und die Rheinpark-Aula neu auf eigene Kosten reinigen müssen, trägt auch in Zukunft sicher nicht dazu bei, dass sich mehr Birsfelder/innen im Vereinswesen engagieren werden. Aber eben: Laut Leitbild muss die Gemeinde bloss Infrastruktur zur Verfügung stellen. Zu welchem Preis steht da nicht drin und es ist egal, ob es sich die Vereine überhaupt leisten können.

Der neuste Schildbürgerstreich, der die Bereiche „Alter“ und „Vereine“ schön verbindet, ist übrigens im aktuellen „Birsfälderli“ unter den Titel „«Senioren für Senioren» fühlen sich im Stich gelassen“ nachzulesen.

Der dritte Bereich ist schliesslich die Kultur. Mit dem Museum hat man zwar eine Vorzeige-Institution. Doch was in Punkto ROXY! gelaufen ist und wie man die Kulturschaffenden im Atelierhaus loswerden will, entbehrt jeglicher Rationalität. Ja es widerspricht dem Leitbild – zwar nicht unbedingt wörtlich, aber dennoch sinngemäss – diametral.

Wenn sich unsere Gemeinde in einem Punkt zurückentwickelt hat, dann ganz bestimmt im gesellschaftlichen Bereich. Dem vom Gemeinderat anscheinend angestrebten Umbau zu einer Schlafstadt, einem Vorort, wo die Leute nur wohnen und sich das gesellschaftliche Leben im Zentrum der Stadt abspielt, ist man dafür einen ganzen Schritt näher gekommen.

Fazit: Verheerende Verschlechterung unter aktiver Mithilfe! Ein absolutes Debakel…

Freundschaftsdienst

In der heissen Wahlkampf-Phase dienst das „Birsfälderli“ als willkommene Werbeplattform. Weil Leserbriefe gratis sind, findet deshalb im Leserbriefteil ein reger Schlagabtausch zwischen den Parteien statt. Daneben findet man aber immer wieder Wahlempfehlungen von Personen, die auf den ersten Blick nichts direkt mit den Parteien zu tun haben. Aber natürlich sind auch diese Wortmeldungen teil der offiziellen Wahlkampfmaschinerie (wir nehmen da den Brief vom Hundehoteldirektor mal raus).

Besonders gut funktionieren diese Empfehlungsschreiben offensichtlich bei der CVP. Zwar haben auch die Liberalen ein paar Sympathisant/innen gefunden, die diesen „Freundschaftsdienst“ erweisen, doch die Empfehlungen für das CVP-Duo übertreffen bis jetzt alles. Besonders aufgefallen ist, dass dabei der Fokus nicht etwa auf dem bisher Erreichten liegt, sondern es werden vor allem Eigenschaften angesprochen, welche die Kandidaten angeblich mitbringen. Zum Beispiel sagt Frau Fritz:

Im Gemeinderat braucht es Menschen mit politischer Erfahrung, Mut, aber auch erfrischender Jugendlichkeit, die in vernünftiger und ausgewogener Weise die Interessen der Gemeinde fördern.

Und meint damit ausgerechnet das „Dreamteam“ Botti/Oberbeck. Auch Frau Kündig verweist auf den „starken“ Landrat und seinen „gut vernetzten“ Lehrling. Doch was hat das mit der Gemeinde zu tun? Wäre es nach einer so langen Zeit im Gemeinderat nicht an der Zeit, dass endlich mal über Resultate gesprochen wird? Man hat doch angeblich so viel Positives bewegen können. Was ist es denn? Schreibt doch bitte mal darüber, liebe Freunde der CVP. Dem angeblichen „Seemannsfilz die Stirn zu bieten“ ist ja gut und recht, aber kein politisches Programm das über Jahre funktioniert…

Resultate? Leitbild: Teil 1

Als „Bisherige/r“ wieder gewählt zu werden, ist in der Regel einfach. Man braucht bloss auf die erfolgreichen laufenden oder abgeschlossenen Projekte hinzuweisen. In unserer Gemeinde ist das momentan nicht ganz so simpel. Es kandidieren zwar alle Mitglieder des Gemeinderats für eine erneute (Dienstags-)Runde, doch sind die Resultate der vergangenen vier Jahre höchst bescheiden. In dieser Rubrik nehmen wir in den kommenden Wochen die Errungenschaften der aktuellen Dienstagsrunde nochmals unter die Lupe und überprüfen das Erreichte.

Als Massstab dient uns heute einmal die Messlatte, die sich der Gemeinderat Ende 2008 selbst gelegt hat: Das berühmte Leitbild. Ein Gemeinde-Leitbild ist so etwas wie ein Idealbild oder eine Vision, welche das Vorhandene in einem positiven Sinne schützt und weiterentwickelt. Gleichzeitig erkennt es aber auch Schwachstellen und Nachholbedarf, die aktiv angegangen werden sollen.

Die Birsfelder Variante ist ein sehr vorsichtig formuliertes Leitwerk. Im wesentlichen wurde darin lediglich ein „Status quo“ festgehalten und es sind wenig bis gar keine Visionen enthalten. Das merkt man schon in der Einleitung, wo lediglich Wörter wie „gut“, „angemessen“ oder „bedarfsgerecht“ vorkommen. Neben dieser Präambel umfasst das Werk sechs „strategische Schwerpunkte“, wo jeweils Ziele und damit die damit verbundenen Aufgaben für „Birsfelden“ (es sind also jeweils alle gemeint, nicht nur die Dienstagsrunde) aufgeführt sind. Als erstes findet man:

1. „Wohnliches, gewerbe- und wirtschaftsfreundliches Birsfelden“

Ziele:

  • Mittelständigen erwerbstätigen und pensionierten Menschen und jungen Familien steht ansprechender, bedarfsgrechter und sicherer Wohn- und Lebensraum längerfristig zur Verfügung
  • Gewerbetreibende bauen eine Existenz in Birsfelden auf und bieten der Bevölkerung spezialisierte Angebote und „kuze Wege“ zum Einkaufen an
  • Die Unternehmungen im Hafen Birsfelden sind wertschöpfend und tragen zur Entwicklung des Hafens und des angrenzenden Wohngebietes bei

Bereits beim ersten „Ziel“ fragt man sich, ob das nicht die Grundvoraussetzung jeder Gemeinde sein sollte. Beim genaueren Hinsehen erkennt man aber, dass die Aufzählung schon ziemlich einschränkend ist. Birsfelden will Gutverdienende, Rentner (und zwar nur Pensionierte, keine IV-Rentner!) und junge Familien. Das zweite „und“ ist sprachlich etwas holperig und könnte zum Schluss führen, dass die „jungen Familien“ erst später dazugekommen sind. Die Gemeinde möchte aber offenbar keine alleinerziehenden Mütter, Studenten oder anderes „Gesinde“. Ist ja klar, die kosten nur und sollen „längerfristig“ woanders wohnen gehen…

Den zweiten Punkt würden wohl auch alle Gemeinden in ihr Leitbild aufnehmen. Die „kuzen Wege“ sind übrigens kein Tippfehler von uns, sondern aus dem Originaltext (genauso wie der „bedarfsgrechte Wohn- und Lebensraum“)!

Den Hafen hat man im Gegensatz zu früheren Exekutiven definitiv zum Gewerbegebiet erklärt. Eine kleine Kapitulation vor dem Kanton also (nur in der Einwohnerratsfrage, da bleibt man stur ;-)).

Die Massnahmen, die dafür getroffen werden sollen, sehen folgendermassen aus:

Birsfelden setzt Rahmenbedingungen, um…

  • längerfristiges mittelständisches Wohnen zu ermöglichen
  • Gewerbetreibende mit spezialisierten Angeboten zu fördern
  • den Wirtschaftsstandort Hafen Birsfelden zu unterstützen

Wie erfolgreich hat man das bisher umsetzen können? Das Bundesamt für Statistik liefert uns zum Wohnungsbau folgende Daten:

Die Zahlen bewegen sich also weiterhin im Durchschnitt. Da keine Baulandreserven vorhanden sind, ist es auch nicht weiter verwunderlich. Was die neue Immobilienstrategie daran ändern soll, weiss nur der erlauchte Kreis des Gemeinderats.

Dann zum Gewerbe: Die Gewerbetreibenden, wurden mit den „spezialisierten Angeboten“ bisher eigentlich eher daran gehindert, ihrem Geschäft nachzugehen. Wir denken dabei an die Allmendgebühren für die Gemüsefrau oder den Marroni-Verkäufer, aber auch an das Gewerbe, welches anscheinend aus der Hardstrasse 25 vertrieben wird. Das sind zwar nur „kleine Fische“, aber auch sie tragen zur Identität unseres Dorfes bei.

Vom Hafen wissen wir, dass die ABB eine neue Montagehalle erstellt. Ob dies aber die erhofften Steuereinnahmen und Arbeitsplätze bringt?

Unser Fazit zu Punkt 1: Zweifelhafte und wenig ambitiöse Ziele, magere Bilanz…

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