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Die blühende Gemeinde

Vielleicht ist Ihnen das farbige Bildchen am rechten unteren Rand auf der Gemeindewebseite auch schon aufgefallen. Seit neustem hat unser Dorf nämlich ein Werbefilmchen, in welchem der angebliche „Gemeindepräsident“ potentielle Neuzuzüger „persönlich begrüsst“ und den Hafen die Hafenstadt ins beste Licht rückt. Wer die über sechsminütige Tonbildschau aushält und trotz der nervenaufreibenden musikalischen Untermahlung keinen epileptischen Anfall erlitten hat, weiss jetzt, warum der Vizepräsident so viele Anrufe erhält und woher die gebetsmühlenartige Aufzählung der Standortvorteile unserer Gemeinde kommt, die bei jedem Anlass losgelassen wird.

Es lohnt sich auf jeden Fall, das Filmchen mal anzuschauen. Schliesslich wurden da auch wieder Steuergelder investiert. Wer aber vor lauter Superlativen die Wahrheit nicht erträgt, sollte zumindest bis zum Punkt 5:38 vorspulen, wo die nette Dame den vielsagenden Satz

Die Stadt am Strom weiss, dass nur dem, der mit der Zeit geht, die Zukunft gehört.

von sich gibt. Dazu rutscht symbolträchtig ein Kind fröhlich die gelbe Rutschbahn herunter. Wer aber kürzlich an dieser kleinen Kinderoase vorbeigegangen ist, der kann feststellen, dass man die Spielgeräte durch eine kostengünstige Variante einer öffentlichen Herrentoilette ersetzt hat.

Natürlich kann Birsfelden nur so zur „blühenden“ Gemeinde werden! Und es wäre ja auch unsinnig, jetzt noch in eine Rutschbahn zu investieren, wo bald schon die Bagger auffahren, um die „innovative Immobilienstrategie“ umzusetzten 😉

Update

Die liebevoll platzierte Herrentoilette wurde – noch bevor sie Betriebsgrösse erreicht hat – bereits wieder entfernt. Entweder steht der Baubeginn einer Zentrumsüberbauung kurz bevor, oder der Gärtner hat eine Ästhetikweiterbildung besucht. Sollte es in der Öffentlichkeit mal dringend werden, kann man(n) nun auf die 30 neuen Aborte „Modell Katzenklo“ ausweichen, die mit der Aufschrift „Streugut“ getarnt, an jeder Ecke zu finden sind.

Schildbürger

Die Erzählungen um die Einwohner des berühmten Dorfes „Schilda“ haben zwar nur im übertragenen Sinne mit Verkehrs- und Verbotsschildern zu tun, dennoch ist es eine treffende Beschreibung für die aktuelle Lage in „Neu-Schilda“ (früher auch bekannt als „Blätzbums“). Die neuste Beobachtung…

… ist nochmals eine eindrückliche Demonstration dafür, wie aktiv die Dienstagsrunde versucht, die Schlafgemeinde auf keinen Fall aufzuwecken. Oder wie es der „wutbürger“ so schön ausgedrückt hat:

Wahrscheinlich will der jetzige Gemeinderat noch in den letzten Tagen (Agonie?) in Birsfelden für Ruhe sorgen. Fast hätte ich geschrieben für »Ruhe und Ordnung«, aber das mit der Ordnung ist ja kaum möglich bei diesem Personalbestand.

Wer ausser den Plakaten sonst noch eine Idee hat, was man am 25. April 2012 – dem „internationalen Tag gegen Lärm“ –  machen könnte, darf seine Idee gerne noch kurzfristig einem der lokalen „Lärmminister“ senden. Die dort produzierte „heisse Luft“ ist ja glücklicherweise meist emissionsfrei, es sei denn, man entlässt mal wieder eine/n Angestellte/n in die Umwelt…

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