Durchsichtig

Eines der grossen Wahlversprechen bei den Preesi-Wahlen war bekanntlich die „Transparenz“. Herr Hiltmann hat davon eine ganze Menge versprochen und dies auch im Siegerinterview im „Birsfälderli“ kürzlich bestätigt:

Was wollen Sie besser machen als Ihr Vorgänger?
Kommunikation und Einbezug der Bevölkerung müssen verbessert.

Gegen diese Phalanx war der Bisherige schliesslich halt chancenlos, hatte er doch bewiesen, dass er das Thema nicht so hoch eingestuft, wie andere Dienstagsrundenmitglieder dies tun. Da wäre z.B. Herr Wiedemann, der sich vom Landrat öffentliche Gemeinderatssitzungen und Protokolle gewünscht hat. Leider konnte er mit seinem Anliegen zu wenig andere Räte überzeugen und so tagen die Gemeinderäte weiter hinter verschlossenen Türen. Wie weit sie ihre Tore schliessen bzw. was durch den Türspalt nach aussen dringt, dürfen sie jedoch weitestgehend selbst bestimmen. Wir hoffen, davon wird künftig mehr Gebrauch gemacht. Einen ersten Eindruck gibt es vielleicht bereits an der kommenden Gemeindeversammlung unter neuer Leitung?

Exodüsser

Bevor alle Land-Fasnächtler zum Turteln in die Stadt fahren und im Gegenzug dazu einige Fasnachts-Hasser mit einem temporären Exodus auf’s Land den schrillen Klängen entgehen dürften, erholen sich wohl noch ein paar vom lokalen Fasnachtsdelirium. Auch diese stand ja eigentlich unter dem Exodus-Motto, doch davon war wie gewohnt nicht viel zu spüren. Ein spezielles Lob deshalb an „Stärnefäld-Rueche“, die ihren unfreiwilligen Exodus aus den Sternenfeld-Hochhäusern zum Sujet machten und die Füür-Waggis, die sogar einen eigenen Zeedel hatten, der es bis in die „Sonntags-BaZ“ geschafft hat:

Zu den Ausnahmen gehörten die Füür­Waggis. Ihr Sujet «FeuerWe(h)rkHof – oder d Im­mobiliestrategie wänn mir nit!» erläu­tern sie auf ihrem Zeedel:

Mir wänn nit mit em Wärkhof zämme,
will die sunscht unsri Auto nämme!
So wird denn, das wurd gar nüt nütze,
s TLF gnoh zum Blueme sprütze
Nei, und das isch nit übertriibe,
mir möchte in dr Hofstrooss blibe.

Mit dabei auf dem prächtigen Wagen der Löschmannschaft auch ein Luftballon aus einem bekannten Basler Schuhhaus, das kürzlich den Exodus von der freien Strasse an die Gerbergasse wagte. Nur das Dienstagsrundenmitglied – mit zufällig ähnlichem Namen wie das Schuhgeschäft – denkt noch nicht daran, trotz Bruchlandung mit der „Immobilienstrategie“, einen solchen ins Auge zu fassen…

Birsfelden und Rom

Nach dem Machtwechsel in Birsfelden tritt auch in Rom bald ein Neuer sein Amt an. Der dortige „Unfehlbare“ hat sich allerdings aus freien Stücken für diesen Rücktritt entschieden. Kurz nach der Bekanntgabe der Entscheidung soll sogar ein Signal aus dem Himmel im Petersdom angekommen sein:

Das könnte nun unseren „unreligiösen“ CVPler noch zusätzlich davon abhalten, einen ähnlich mutigen Schritt zu tun: Wer weiss, ob unsere „baufällige“ Verwaltung einen Blitzableiter hat und einen solchen Einschlag überleben würde…

Stockend

Zur Eröffnung unserer „Neustart!“-Kategorie greifen wir widersprüchlicherweise ein uraltes Birsfelder Thema auf: Der tägliche Kolonnenverkehr an der Hauptsrasse. Die Bearbeitung dieses Kapitels kommt nämlich genauso stockend voran wie die Verkehrslawine zu Stosszeiten. Viele Lokalpolitik-Grössen haben sich daran schon die Zähne ausgebissen und etliche Tunnelideen und Velostreifen-Träume wurden vergeblich geträumt.

Doch an Aktualität hat das Thema trotz Stockungen noch längst nicht verloren. Hängig ist schliesslich noch die Ampel-Motion und auch die eher mageren 800+ Unterschriften der Petition wurden nach fast zweimonatiger Zwischenlagerung beim Petitionskomitee nach Liestal ins „Endlager“ geschickt. Viel mehr wird damit wahrscheinlich auch nicht passieren. Beim Kanton ist unser Verkehrsnadelöhr zwar bekannt, doch natürlich gibt es davon noch weitere, über die sich die Regierung jeweils im „Bericht zum Verkehrsfluss“ auf dem Laufenden hält. So ist erst gerade die „neuste Version“ erschienen:

Der Regierungsrat hat vom aktuellsten Bericht über die getroffenen Massnahmen zwecks Verhinderung/Abbau von Verkehrsstaus Kenntnis genommen. Der Bericht ist im Internet allgemein zugänglich.

Das Strassengesetz (§ 43a) verpflichtet die kantonalen Behörden, Verkehrsstaus zu verhindern bzw. solche abzubauen, sowie über die getroffenen Massnahmen und den Sachstand halbjährlich zu berichten. Im Einvernehmen mit der Task-Force Anti-Stau wird zwecks Entlastungsmassnahme der Bericht nur noch einmal jährlich, d.h. jeweils per Ende Jahr, publiziert.

Der letzte Bericht ist per 31. Dezember 2011 erfolgt. Nun liegt eine durch das Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit der Polizei BL erfolgte Fortschreibung/Aktualisierung per 31. Dezember 2012 vor. Der Regierungsrat hat heute formell vom Bericht Kenntnis genommen.

Wer sich das Dokument ansieht und mit dem letztjährigen vergleicht, der stellt einerseits fest, dass sich der Inhalt etwa zu 99% deckt und andererseits, dass Birsfelden „nur“ mit einem grünen (=genügende Verkehrsqualität) und zwei orangenen (mangelnde Qualität) Punkten auf der Karte erscheint. Nach Liestaler Meinung sind wir also noch nicht im roten Bereich, aber es besteht zumindest Handlungsbedarf:

Für die „orangen“ und die „roten“ Örtlichkeiten ist zur Zeit eine Massnahmenplanung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten im Gange.

Und diese Möglichkeiten sind momentan leider bescheiden. Kommt erschwerend hinzu, dass der Verkehr sogar von durchschnittlich 10’259 Fahrzeugen pro Tag im 2011 um 5,9% auf 9’649 Fahrzeuge im letzten Jahr abgenommen hat. Für das Schaltjahr bedeutet dies aber immer noch, dass 3’463’092 Autos durch Birsfelden gedonnert bzw. geschlichen sind. Wobei der „Schleichverkehr“ wohl gar nicht erfasst wird… Ohne eine bestimmte Hartnäckigkeit wird sich daran auch kaum etwas ändern. Deshalb bitte auch dranbleiben, wenn nicht gerade Wahlkampf ist!

Neustart!

Euphorisch macht sich Birsfelden an den Neustart, der – immer noch davon ausgegangen, dass keine Beschwerde eingeht – in wenigen Wochen offiziell beginnen kann. Im „Birsfälderli“ wird neben den anständigen Gratulationen und Dankeshymnen auch angeschnitten, wie es weitergehen soll und was die Themen sein werden, die uns demnächst beschäftigen könnten.

Es gibt zwar jetzt schon Stimmen, die befürchten, dass die Regierung Hiltmann nur ein Deckmänteli für die angebliche Vetterliwirtschaft der SP sein wird, doch schlussendlich gab es auch in den vergangenen sechs Jahren absoluter CVP-Dominanz Tendenzen, die so ausgelegt werden können. Und „im zweiten Glied“ hat es künftig ja den einen oder anderen „Aufpasser“ dabei. Und ironischwerweise lächelt uns gleich neben dem Leserbrief, der keine „politische Zusage einer Partei ohne Gegenleistung“ kennt, Herr Oberbeck (CVP) mit seiner Wahlempfehlung für den rechtsbürgerlichen Regierungsratskandidaten SVP) an. Was bekommen die Christdemokraten wohl dafür? Die Rettung von Zwick?

Egal. Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Gemeinde und fassen in unserer Neustart!-Rubrik künftig die konfusenabstrakten Strategien, Verkehrsprobleme und andere Zukunftsprojekte zusammen. So quasi zum Auslaufen für uns und als Starthilfe für einen erfolgreichen Neustart 😉 …

Anregend

Beim Lesen der heutigen „BaZ“ mussten wir das Datum zweimal kontrollieren! Nein, es ist nicht der 1. April und trotzdem liest es sich wie ein Scherz:

Zufferey regt Wahlbeschwerde an
Der abgewählte Birsfelder SVP-Gemeinderat Claude Zufferey regt seine Partei zu einer Wahlbeschwerde an, nachdem einem Fernsehteam von Telebasel die Türen ins Wahlbüro geöffnet worden sind – für Aufnahmen von der Auszählung bei der Präsidentenwahl.

Selbst die SVP hat aber offenbar genug von Beschwerden und verzichtet auf eine solche. Vielleicht ist es einfach einmal an der Zeit, das klare Volksverdikt zu akzeptieren und die Sache ruhen zu lassen. Ob rechtens oder nicht: Die Journalisten haben am Resultat ganz sicher nichts geändert und eine erneute Verzögerung bringt dem hochgelobten „Wohle der Gemeinde“ – ausser noch mehr Hohn und Spott – überhaupt nichts. Immerhin offenbart dieses erneute hinterfotzige Getue das Intrigenspielchen, das während Jahren in der Dienstagsrunde geherrscht haben muss…

Historisch

Das Medienecho am Tag eins nach der historischen Wahl ist zwar recht gross, fördert aber nicht viel Erhellendes zu Tage, ausser vielleicht einem Begriff aus dem altgriechischen Kriegsvokabular, welches wir dank der tiefgründigen Analyse des unterlegenen Historikers in unseren Wortschatz aufnehmen können:

«Ich bin nicht am Boden zerstört. Ich wusste ja, dass ich gegen die Phalanx meiner Gegner nicht viel machen konnte.»

Schon gemein, wenn neben den meisten Parteien auch noch die Hopliten plötzlich und ganz unerwartet gegen einen auftreten. Doch eigentlich lag’s ja vielmehr an den „üblen Gerüchten“:

Den Ausschlag für seine Abwahl gegeben hätten «die vielen Leute, die seit Jahren gegen mich politisieren». Die Vorwürfe, er sorge für Unruhe in der Verwaltung, seien zwar unbegründet. Aber manche hätten solche Gerüchte gestreut. «Und es ist immer das Negative, das haften bleibt.»

Dabei hatte kürzlich sein ebenfalls abgewählter Amtskollege mit blumigen Worten „die Gerüchte“ im „Birsfälderli“ bestätigt und verlauten lassen, dass „der Stall ausgemistet“ sei. Und nach der Abwahl hat auch die Aussage mit den „Entscheidungen zum Wohle der Gemeinde und nicht einzelner Schmarotzer“ eine etwas andere Bedeutung: Das Stimmvolk hat zum Wohle der Gemeinde entschieden und auch mal eine Kündigung ausgesprochen…

Vernünftig

roehre

So oder ähnlich dürfte es einigen (weniger prominenten) CVP-Anhänger/innen heute beim Anblick des offiziellen Publikationsorgan ergangen sein. Dafür können nun 55% der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aufatmen. Danke an alle, die diesen Vernunftsentscheid mitgetragen haben! Und Gratulation an Christof Hiltmann!

Die Dienstagsrunde wird selbstverständlich nicht von heute auf morgen ein „besseres“ Birsfelden schaffen können. Doch vielleicht hilft ein wenig „bessere Stimmung“ schon mehr, als man sich vorzustellen vermag. Da sich am Dienstag aber weiterhin die selben Damen und Herren treffen, wartet auf das neue Oberhaupt eine etwas unvorhersehbare Aufgabe. Die „BaZ“ hatte kürzlich im Zusammenhang mit den Birsfelder Wahlen die „speziellen Drehbücher von Kampfwahlen“ analysiert und im Fall von Aesch und Liestal festgestellt:

Trotz dem unterschiedlichen Wahlausgang gibt es eine Gemeinsamkeit: Büeler und Gysin erklärten bald nach der Nicht- respektive Abwahl ihren Rücktritt.

Wir wissen, dass dies in Birsfelden leider nicht möglich sein wird. Ob das vielleicht etwas unvernünftig ist? Vielleicht werden ja wenigstens die Departementskarten neu gemischt. Angesichts der Wichtigkeit der „Immobilienstrategie“ wäre das sehr vernünftig!

Es war die Art zu allen Zeiten,…

…Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.

Diese Zeit könnte wahrhaftig in den nächsten 24 Stunden in unserer Gemeinde zu Ende gehen. Auf jeden Fall enden wird die Ära des „geschäftsführenden Vizepräsidenten“, der am morgigen Wahlsonntag nach langem Warten durch einen offiziellen Gemeindepräsidenten abgelöst wird. Vorausgesetzt natürlich, es findet niemand einen Grund für eine Beschwerde ;-).

Wir lassen uns dieses Mal nicht mit Rechenspielen auf die Äste heraus, wer das Rennen machen wird. An der Prognose, dass für Hiltmann Junior die Chancen durchaus gut stehen, halten wir allerdings fest. Genauso an der Hoffnung, es möge mit ihm eine Aufwärts-Dynamik entstehen, die die Querelen der vergangenen Jahre in den Hintergrund zu rücken vermag und man zusammen wieder an einem Birsfelden arbeiten kann, wie es die BBO-Crew gestern in ihrem Epilog symbolisch am Blätzbumser Wappen getan hat und in den nächsten 24 Stunden noch zweimal tun wird.

Dieses Szenario wäre uns denn auch weitaus lieber, als das des „Masterplans“ eines bekannten Goldschmieds, der gemäss der Interpretation der vorfasnächtlichen Satiriker seinen wahren Kern zeigt und eine Rückkehr auf kosten seiner Diener vorbereitet. Doch zum Glück können wir auch hier Goethe zitieren:

Welch Schauspiel! aber ach! ein Schauspiel nur!

Zwischenstopp

Wahlkampffinale, Urnengang und BBO: Für politisch interessierte Birsfelder/innen hält das Wochenende noch ein paar Überraschungen bereit. Dabei hat das politische Baselbiet mit dem Duell Weber gegen Nussbaumer, gespickt mit einer leicht grünliberalen Prise Schafroth, längst ein anderes Süppchen am Kochen. Die „Tageswoche“ möchte mehr zum Thema herausfinden und versucht diese Woche, den Birsfelder Puls zu spüren. Man hat sich unter anderem nämlich die „Linkste“ Gemeinde im Kantonsgebiet ausgesucht und parallel dazu macht man auch in der SVP-Hochburg Giebenach Buus einen Zwischenstopp.

Um dem Bild der linken Gemeinde auch zu entsprechen, sind bisher zwei Artikel erschienen, in welchen vorwiegend SPler zu Wort kommen. So geht es im Gespräch mit den beiden Alt-Preesis Meschberger und Holm und Alt-GR Broder um Alt-Bekanntes wie Finanzausgleich, Integration und den Hafen, das der Journalist schlussendlich mit den folgenden Worten zusammenfasst:

Birsfelden fühlt sich nicht geschätzt und vernachlässigt. Einerseits wird die Gemeinde kritisiert, dass sie auf den Finanzausgleich angewiesen ist, andererseits hat sie keine Chance, auch nur zu versuchen, sich vom Tropf zu lösen.

Ebenfalls SPler und Ex-Mister-Roxy Meury kontert diese aussichtslose Lage ebenfalls mit dem Hafen und der Idee eines „Basler KKLs“:

Endlich wieder einmal positiv denken. Endlich einen konstruktiven Kultur-Vorschlag machen. Mit kritischen Positionen machst du dich unbeliebt und wirst abgemahnt. Also! […]Ich schlage vor, eine neue Musikhalle, einen neuen Musikkomplex, im Stile des Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL), zu realisieren. Ich habe dafür einen exklusiven Standort «eruiert». Die Adresse klingt poetisch und vielversprechend: Sternenfeldstrasse – sie liegt in Birsfelden.

Aus der Sicht eines Kulturmanagers macht das natürlich Sinn, denn dort spielt Geld subventionsbedingt nur manchmal eine Rolle. Doch genau solche verrückten Ideen vermisst Herr Meury bei unserer Dienstagsrunde…

Die kommende Wahl des Gemeindepräsidenten in Birsfelden stellt mich vor ein grösseres Problem: Ich kenne zwar die beiden Protagonisten, habe aber keine Ahnung, für welche politischen Programme die beiden Herren stehen. Sie können mir auch keinesfalls aufzeigen, welche Ideen, Konzepte und Visionen sie für Birsfelden verfolgen. Man will einfach Gemeinderat oder -präsident werden und hofft, dass sich der Rest ergibt. Das ist mir zu wenig…

… und hat damit gar nicht so unrecht. Wobei die bisher präsentierte „Immobilienstrategie“ in Punkto „Utopie“ doch eigentlich in diese Richtung geht…

Durchschnittlich

Obwohl die Gemeindeverwaltung aus der Betrachtung des Vizepräsidenten eine „Kaderschmiede“ ist, haftet der Personalpolitik von aussen betrachtet immer noch ein eher schlechtes Image an. Die Stellenanzeigen deuten nämlich auch nach wie vor darauf hin, dass die Zufriedenheit besser sein könnte. So wird der Stuhl des Stadtbüro-Leiters beispielsweise weiterhin mittels a.i. warm gehalten.

Doch untersuchen wir die Zahlen dazu: Sehen wir mal von Frau Meschberger ab, die immer noch unter den Mitarbeitenden aufgelistet ist (jetzt haben wir doch gedacht, genau das sei nicht möglich ;-)), befinden sich heute 63 Personen auf der Liste der Verwaltungsmitarbeitenden. Mitgerechnet sind auch die Leitungspersonen, die ausserhalb der Hardstrasse arbeiten. Ein kurzer Abgleich mit derselben Liste datiert auf Ende November 2011 offenbart, dass insgesamt 14 „Neue“ hineingerutscht sind. Innerhalb der letzten 14 Monate sind das immerhin runde 22%. Dabei sind laut Studien gerade die Stellen in der öffentlichen Verwaltung von einer niedrigen Fluktuation betroffen und schlagen schweizweit mit durchschnittlich rund 6% pro Jahr zu Buche. Da unsere Gemeinde weit entfernt vom Durchschnitt ist, ist diese Zahl  halt „ein wenig“ über dem Schnitt…

Vergleicht man die Namen der Mitarbeitenden von 2007 – kurz nach den Preesi-Wahlen – mit der aktuellen Namensliste, stellt man gar fest, dass von den damals 44 Angestellten heute noch 15 im Dienste der Gemeinde sind. Die Rate der Gebliebenen ist also noch niedriger und beträgt ungefähr 34%! Immerhin ist es den Politiker/innen nicht viel besser ergangen. Seit 2007 gab es einen „freiwilligen“ Rücktritt (Nussbaum) und drei Abgewählte (Buser, Roth, Zufferey). Die 43% Konstantz ist verglichen mit den 34% trotz den identischen Ziffern allerdings eher unterdurchschnittlich….

Stilsicher

Die „attraktive Gemeinde“ hat wieder einmal Stellen zu besetzen. Nachdem erst kürzlich der Posten des Abteilungsleiters „Soziales“ freigeworden ist, sucht man offenbar an der Hardstrasse auf den 15. Februar (!) oder nach Vereinbarung eine/n

Nichtrauchende 100%ige Ferienvertretung für die Personalverantwortliche

die nebenbei jeden Vormittag und am Donnerstag Nachmittag – insgesamt also 60% – selbständige Korrespondenz in „stilsicherem Deutsch“ und andere Sachen bearbeiten kann und an „regelmässigen Abendsitzungen“ Protokolle erstellt.

Wenn man die diversen Einschränkungen und Erwartungen im echten Inserat so durchliest, dürfte das Angebot am Arbeitsmarkt momentan ziemlich gut sein. In Deutschland würde man sich mit einem solchen Inserat allerdings beträchtlichen Ärger einhandeln, weil Alterseinschränkungen beispielsweise eine Diskriminierung darstellen. Die Personalabteilung unserer Gemeinde ist da halt weniger stilvoll, dafür in ihrer bestimmten Art sehr stilsicher…

Müde

Letzte Woche war bereits Herausforderer Hiltmann im Kreuzverhör der „bz“ und heute können wir die Resultate des Interviews mit dem müden Titelverteidiger Botti nachlesen. Dazu ist einmal mehr jedoch eine gehörige Portion Mitleid nötig, denn die eher bescheidenen Resultate der rauhe Wind, der ihm entgegenschlägt, kommt schliesslich nur von ganz wenigen Schaumschlägern:

Warum sind Sie bei den Linken derart verhasst?
Ich bin nicht bei «Den Linken» verhasst. Nur ein paar Exponenten der SP und der Grünen haben ein persönliches Problem mit mir.

Wer?
Da kann ich keine Namen nennen. Das weiss ich nicht. Das hat damit zu tun, dass ich vor sechs Jahren mit einem sehr guten Resultat Gemeindepräsident wurde und die SP abgelöst habe. Damit habe ich ihr Weltbild zerstört. Das hallt immer noch nach.

Ob ein Weltbild durch eine Wahlniederlage zerstört werden kann, lassen wir mal offen. Nicht zerstört, dafür aber zeimlich gestört ist auf jeden Fall das Vertrauen in den „Preesi“, der offenbar sogar die Leserbriefe selber schreiben muss:

[…]Die anderen sind gegen mich. Ich habe getan, was ich machen konnte.

Was haben Sie gemacht?
Leserbriefe oder Flyers und natürlich Plakate. Dann gibt es natürlich auch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Mehr kann man nicht machen.

Obwohl er hier wahrscheinlich nicht mitliest, möchten wir ihm doch noch einen kleinen Tipp geben. Vielleicht würde es etwas bringen, wenn man etwas Kritik auch mal zulassen, analysieren und ausdiskutieren würde, so wie das Herr Hiltmann vorgeschlagen hat:

Für mich ist es ein «No Go», dass Konflikte zwischen den Gemeinderäten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Als Präsident würde ich dafür sorgen, dass die Geschäftsführung professioneller wird, und dass wir Konflikte im internen Gespräch beilegen.

Dann kann man mit gutem Gewissen auch mal lesen, was die Zeitungen so über einen schreiben. Das macht er offenbar nicht, denn sonst wäre ihm dieser Satz aus dem „Sonntag“ wohl bekannter vorgekommen:

Was Ihnen oft vorgeworfen wird ist, dass Sie nur «Für mich oder gegen mich» kennen.
Das habe ich noch nie gehört.[…]

Auch als erfahrener Bisheriger lernt man also immer wieder Neues dazu ;-). Wobei zumindest die Parteikolleginnen und -kollegen schon mal davon gehört haben müssten

Vielleicht liegt es auch an der spürbaren Amtsmüdigkeit, dass gewisse Dinge auch mal vergessen gehen. Deshalb wäre ein Wechsel vielleicht gar nicht so schlecht, auch wenn der Journalist gegen Ende provokativ befürchtet:

Egal wer gewählt wird, ändern wird sich für den Wähler nichts.

Es gibt schliesslich auch noch Wählerinnen. Vielleicht ändert sich ja für die etwas 😉

Planungsleichen

Und schon wieder staunen wir: Auf die Frage bezüglich dem Zwischenstand bei der „Immobilienstrategie“ an der letzten Gemeindeversammlung antwortete der Vizepreesi standesgemäss mit seinem „Wir nehmen das auf“. Auch wenn schlussendlich jeweils keine Antwort erfolgt, braucht er dabei nicht rot zu werden, weil man ja tatsächlich alles auf Tonband „aufnimmt“. Doch dieses Mal hat die Dienstagsrunde es sogar geschafft, nach ihrem erneuten Workshop am letzten Wochenende eine Medienmitteilung zum Thema zu verschicken. Bravo!

Der Inhalt lässt jedoch aufhorchen. Der Satz…

Als wesentlich neues Element sind raumplanerische Überlegungen dazugekommen.

…tönt zwar ziemlich harmlos, kann aber auch als bankrotterklärung der bisherigen „Immobilienstrategie“ verstanden werden. Was genau waren denn bitte bisher die Grundlagen des Papiers ??? Die „raumplanerischen Überlegungen“ sind nämlich:

Der Gemeinderat hat die folgenden Themen identifiziert, die im Zentrum der weiterführenden Arbeiten stehen werden: Schulraumplanung, Verkehrssituation Hauptstrasse, gesamtheitliche Raumplanung Zentrum/Hardstrasse, finanzielle Auswirkungen.

Im Zentrum steht neu also eher das „Zentrum“ und nicht mehr die Hardstrasse 25, die noch vor kurzem als „erstes Handlungsfeld“ mit Fertigstellung 2015 in Bottis „Immobilienstrategie“ definiert wurde. Jetzt scheint aber endlich die gesamte Dienstagsrunde und ein Raumplaner zugezogen worden zu sein, denn die nächsten Schritte haben irgendwie sehr wenig mit dem bisher Erarbeiteten zu tun. Ob die Hardstrasse 25 nun zur „Planungsleiche“ verkommt, wissen wir zwar nicht. Doch scheint es, als seien sowohl die von Herrn Segehrs angestellten „konservativen Berechnungen“ wie auch die unklaren Sanierungspläne des Sternenfeldschulhauses ohne seriöse Grundlage aus dem Hut gezaubert worden zu sein. Im Dezember 2011 hat man den Stimmbürger/innen zwar versichert, dass man mit „HARMOS“ kompatibel sei. Jetzt braucht es aber plötzlich eine „Schulraumplanung“? Eigenartig…

Dafür kann man nun eine andere Planungsleiche wiederbeleben: Der Phönix heisst Zentrumsplanung und stammt – lustigerweise – aus der Ära vor Seghers/Botti, als auf der Verwaltung noch Zuffereys „Schmarotzer“ Brauchbares erarbeitet haben…

Birsfelden und die Regierungsratswahlen

Etwas irritiert waren wir schon, als heute Morgen in der „BaZ“ folgendes zu lesen war:

Keine Einladung für Nussbaumer

Die Baselbieter CVP wird an ihrem Parteitag vom kommenden Donnerstag die beiden bürgerlichen Regierungsratskandidaten Thomas Weber (SVP) und Gerhard Schafroth (GLP) zu einem Hearing einladen. Zeitweise wurde diskutiert, ob sich auch SP-Kandidat Eric Nussbaumer vorstellen dürfe. Gestern entschied sich die Parteileitung dagegen…

Erst kürzlich hat dieses Verhalten gemäss der gleichen Partei doch noch gegen jegliche Regeln der Demokratie verstossen. Dabei hat es offenbar auch in der CVP Mitglieder „der Gewerkschaft“ und Herr Nussbaumer ist mit seinen Idealen als bekennender Christ näher bei der CVP als andere „unreligiöse“ Landratsmitglieder… Nun fürchtet sich die starke Mittepartei kantonal aber vor einer Retourkutsche in Form eines Sitzverlustes in der Liestaler Dienstagsrunde oder vor einem schlechten Abschneidern in den Nationalratswahlen, wenn die „BüZa“ in drei Jahren wieder nicht funktioniert. Deshalb ist in solchen Fällen die „Fähnlein-im-Wind-Taktiererei“ natürlich erlaubt und hat nichts mit „Machtstreben“ zu tun.

Egal. Die Entscheidung zwischen „starker Mitte“ und „BüZa“ ist schliesslich noch genug kompliziert. Ginge es nach den Plakaten, hat momentan der Grünliberale Schafroth die Nase vorn und sein Gesicht bereits an den Birsfelder Strassen montiert. Hoffentlich kriegt jetzt niemand ein Durcheinander und schreibt am 3. Februar „Schafroth“ auf den Zettel, sonst haben wir am Ende noch eine Gemeindepräsidentin, die gar nicht kandidiert hat 😉

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